In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder so weit: Belgien und die übrigen EU-Länder wechseln von der Sommerzeit zur Normalzeit, die umgangssprachlich als Winterzeit bezeichnet wird. Um 3 Uhr springen die Zeiger eine Stunde zurück auf 2 Uhr.
Während es morgens dadurch wieder früher hell wird, setzt die Dunkelheit am Abend entsprechend früher ein. Die Winterzeit gilt bis zum 28. März 2027, wenn die Uhren erneut vorgestellt werden. Hierzulande wurde die Sommerzeit 1977 eingeführt. Hintergrund war die damalige Energiekrise. Durch die bessere Nutzung des Tageslichts sollte der Stromverbrauch gesenkt werden. Ob diese Rechnung tatsächlich aufgeht, ist allerdings seit Langem umstritten. Untersuchungen zeigen, dass die Energieeinsparungen insgesamt gering ausfallen.
Eigentlich sollte das halbjährliche Drehen an der Uhr längst der Vergangenheit angehören. Bereits 2018 schlug die Europäische Kommission vor, die Zeitumstellung abzuschaffen. Doch seit Dezember 2019 liegt das Vorhaben auf Eis. Die EU-Mitgliedstaaten konnten sich nicht darauf verständigen, ob dauerhaft Sommerzeit oder Normalzeit gelten soll. Solange keine Einigung erzielt wird, bleibt es beim bisherigen System. Für die meisten Menschen erfolgt die Umstellung inzwischen weitgehend unbemerkt. Smartphones, Computer und Funkuhren passen sich automatisch an. Bei herkömmlichen Wanduhren, Weckern und manchen Haushaltsgeräten müssen die Zeiger dagegen noch von Hand zurückgestellt werden. Auch bei Heizungsanlagen lohnt sich ein Blick auf die Zeitschaltuhr. Erfolgt die Umstellung dort nicht automatisch, verschieben sich die programmierten Heizzeiten um eine Stunde. Gerade in der Heizperiode kann die richtige Einstellung Geld sparen.
Erhöhte Gefahr von Wild- und Fußgängerunfällen
Bei einer sogenannten Nachtabsenkung wird die Raumtemperatur während der Schlafenszeit automatisch reduziert und vor dem Aufstehen wieder erhöht. Nach Angaben von Energieberatungsstellen lassen sich damit in Einfamilienhäusern je nach Gebäude und Heizsystem fünf bis zwölf Prozent Heizenergie einsparen. Bei Fußbodenheizungen fällt der Effekt meist geringer aus. Weniger erfreulich sind die Folgen für den Straßenverkehr. Weil es am späten Nachmittag früher dunkel wird, steigt insbesondere für Fußgänger und Radfahrer die Gefahr. Nach einer aktuellen Auswertung des belgischen Verkehrssicherheitsinstituts Vias nimmt die Zahl schwerer Fußgängerunfälle während der abendlichen Hauptverkehrszeit nach der Umstellung deutlich zu. Hinzu kommt im Herbst die erhöhte Gefahr von Wildunfällen. Besonders Rehe, Wildschweine und Hirsche sind in der Dämmerung aktiv. Durch die Zeitumstellung fällt der abendliche Berufsverkehr plötzlich stärker in diese Phase. Vor allem auf Straßen durch Wälder und entlang von Feldern sollten Autofahrer deshalb vorsichtig unterwegs sein. Taucht ein Wildtier am Straßenrand auf, gilt es, kontrolliert zu bremsen, das Fernlicht abzublenden und gegebenenfalls zu hupen. Da Tiere häufig in Gruppen unterwegs sind, muss mit weiteren Tieren gerechnet werden. (belga/sc)

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