Rote Kiwi erobert Belgien: Als erste Europäer dürfen Belgier die neue Frucht probieren

<p>Außen unscheinbar, innen leuchtend rot: Die neue Kiwisorte „Zespri Red“ feiert ihre Europapremiere in Belgien.</p>
Außen unscheinbar, innen leuchtend rot: Die neue Kiwisorte „Zespri Red“ feiert ihre Europapremiere in Belgien. | Foto: Zespri

Grün kennt jeder, Gelb ist längst keine Seltenheit mehr. Doch jetzt bekommt die Kiwi eine weitere Farbe: Rot! Seit Mitte Oktober ist in belgischen Supermärkten eine neue Sorte erhältlich, die nicht nur optisch aus der Reihe tanzt. Die „Zespri Red“ besitzt unter ihrer unscheinbaren braunen Schale ein leuchtend rotes Fruchtfleisch und soll mit einem besonders süßen Geschmack überzeugen, der an rote Beeren erinnert.

Belgien darf die Neuheit als erstes europäisches Land probieren. Und das hat einen guten Grund: Die Belgier gehören weltweit zu den größten Kiwi-Liebhabern.

Mehr als 15 Jahre Forschung für eine rote Kiwi

Was jetzt in den Obstregalen landet, hat eine lange Entwicklung hinter sich. „Die Zespri Red ist das Ergebnis von mehr als 15 Jahren Forschung, Kreuzungen und Untersuchungen unter realen Anbaubedingungen“, erklärt das Unternehmen Zespri.

Die Geschichte der neuen Sorte begann bereits 2007 in Neuseeland, als die erste Pflanze gesetzt wurde. 2015 folgten die ersten vorkommerziellen Anbauversuche, ehe 2019 die Entscheidung zur Vermarktung fiel.

Trotz ihrer ungewöhnlichen Farbe handelt es sich nicht um eine gentechnisch veränderte Frucht. Das Rot entsteht auf natürliche Weise. „Die rote Farbe stammt von Anthocyanen, pflanzlichen Farbstoffen, die auch in roten Beeren oder roten Trauben vorkommen“, erläutert Zespri. Künstliche Farbstoffe oder Zusatzstoffe kommen nicht zum Einsatz.

Warum ausgerechnet Belgien?

Dass die rote Kiwi ihre Europapremiere ausgerechnet in Belgien feiert, ist kein Zufall. Das Land zählt für Zespri zu den wichtigsten Absatzmärkten weltweit.

Nach Unternehmensangaben kauften während der vergangenen Sommersaison 55 Prozent der belgischen Haushalte Kiwis der Marke. Gemessen am Anteil der Haushalte, die zu den Produkten greifen, liegt Belgien damit weltweit auf Platz zwei – nur Taiwan schneidet noch besser ab.

Die neue Frucht selbst stammt allerdings nicht aus Belgien. Angebaut wird sie in der italienischen Region Latium, wo günstige klimatische Bedingungen herrschen.

Noch ist die Produktion überschaubar. Zwischen 2026 und 2028 sind insgesamt 170 Hektar Anbaufläche vorgesehen. Die erste europäische Verkaufsphase soll deshalb nur wenige Wochen dauern.

In diesen Supermärkten gibt es die rote Kiwi

Wer die neue Sorte ausprobieren möchte, kann unter anderem bei Carrefour, Delhaize, Aldi, Intermarché, Spar, Okay und Jumbo Ausschau halten.

Allerdings dürfte die rote Kiwi etwas tiefer ins Portemonnaie greifen lassen als ihre bekannten Verwandten. Zespri positioniert sie im Premiumsegment. Konkrete Verkaufspreise nennt das Unternehmen nicht, da diese von den jeweiligen Händlern festgelegt werden.

Neben der ungewöhnlichen Farbe und dem süßen Geschmack verweist Zespri auch auf die Nährwerte. Die Frucht enthält laut Hersteller 189 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm sowie Ballaststoffe und Kalium.

Verdrängt Rot bald Grün und Gelb?

Müssen sich Liebhaber der klassischen grünen oder gelben Kiwi nun Sorgen machen? Wohl kaum. Die neue Sorte soll das bestehende Angebot erweitern, nicht ersetzen. „Die Zespri Red wurde entwickelt, um die Sorten Green und SunGold zu ergänzen, nicht um sie zu ersetzen“, betont das Unternehmen. (calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment