Gefährliche Bakterien bedrohen Weinbaugebiete in Luxemburg und der Wallonie

<p>Bei der Weinlese werden Trauben von den Reben geschnitten. Ein in Luxemburg nachgewiesenes Bakterium sorgt auch bei Winzern in der Wallonie für Besorgnis, da es erhebliche Schäden an Weinreben verursachen kann.</p>
Bei der Weinlese werden Trauben von den Reben geschnitten. Ein in Luxemburg nachgewiesenes Bakterium sorgt auch bei Winzern in der Wallonie für Besorgnis, da es erhebliche Schäden an Weinreben verursachen kann. | Illustration: belga

Das Landwirtschaftsministerium im Großherzogtum hat bereits umfangreiche Schutzmaßnahmen angeordnet. Für Menschen und Tiere ist das Bakterium ungefährlich. Auch die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Weine ist demnach nicht beeinträchtigt. Für Weinreben kann der Erreger jedoch verheerende Folgen haben. „Er verursacht erhebliche Schäden, und es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten“, erklärt Anouck Stalport vom Verband der wallonischen Winzer.

Dieses Video zeigt die Weinlese auf dem Weingut Petrushoeve in Molenbeek-Wersbeek, einem Ortsteil der Gemeinde Bekkevoort in Flämisch-Brabant.

Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssen in einem Umkreis von 50 Metern um jede befallene Pflanze sämtliche Weinreben entfernt und vernichtet werden. Die betroffenen Flächen umfassen insgesamt 2,35 Hektar. Zusätzlich wurden Überwachungszonen mit einem Radius von 2,5 Kilometern eingerichtet. Dort gelten unter anderem Einschränkungen für den Transport bestimmter Pflanzen. Auch belgische Winzer sind zur Wachsamkeit aufgerufen. Das Bakterium kann durch saugende Insekten wie Zikaden übertragen werden und die sogenannte Pierce-Krankheit auslösen. Diese beeinträchtigt den Safttransport der Reben und führt zum Vertrocknen der Blätter.

Nach Einschätzung von Anouck Stalport erhöhen der Klimawandel und die wachsende Zahl von Weinbauflächen in Belgien das Risiko einer Ausbreitung. Grund zur Panik sieht die Expertin dennoch nicht. Entscheidend sei, dass Winzer mögliche Symptome frühzeitig erkennen. Vertreter der Wallonische Region erklärte gegenüber „L’Avenir“, dass die Nachweise in Luxemburg erhöhte Wachsamkeit erforderten. Sollte das Bakterium auch in Belgien auftreten, würden entsprechend den europäischen Vorschriften Maßnahmen zur Eindämmung, Beseitigung und verstärkten Überwachung ergriffen, teilte das Kabinett der wallonischen Landwirtschaftsministerin Anne-Catherine Dalcq (MR) mit. (sc)

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