Warum turtelnde Wildtiere im Herbst für mehr Unfälle sorgen

<p>Zwei Wildschweine rennen über eine Straße.</p>
Zwei Wildschweine rennen über eine Straße. | Illustration: Patrick Pleul/dpa

Frühlingsgefühle im Herbst: Bei Wildschweinen und Damhirschen beginnt jetzt die Paarungszeit. In den kommenden Monaten besteht daher auf den Straßen ein deutlich höheres Risiko für Wildunfälle, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) erklärt.

Das liege daran, dass die Tiere auf der Suche nach einem Partner weite Strecken zurücklegten. „Zudem suchen sie intensiv nach Futter für den Winterspeck und nach einem geeigneten Winterquartier.“ Außerdem wird es im Herbst früher dunkel. Gerade in der Dämmerung sind Wildtiere besonders aktiv. Verkehrsteilnehmer sollten deshalb in der kommenden Zeit besonders vorausschauend fahren. Erhöhte Vorsicht ist vor allem auf Straßen geboten, die durch Wälder oder an Waldrändern entlangführen. Ein Beispiel dafür ist die Vennstraße. Eine Auswertung von Daten aus zehn Jahren zeigt, dass es zwischen Oktober und Dezember besonders häufig zu Wildunfällen kommt. Über das gesamte Jahr betrachtet sind Rehe mit einem Anteil von 51 Prozent am häufigsten betroffen. Dahinter folgen Hasen und Kaninchen mit elf Prozent sowie Füchse mit sechs Prozent. Wildschweine belegen den fünften Platz. Die Zahlen stammen aus dem Tierfundkataster des Deutschen Jagdverbands und beziehen sich auf Deutschland.

Damhirsche sind deutlich kleiner als Rothirsche und leben bevorzugt in Rudeln. Sie halten sich gerne in Laub- und Mischwäldern mit Freiflächen und Lichtungen auf. Männliche Tiere können bis zu 120 Kilogramm schwer werden, weibliche bis zu 50 Kilogramm. Wildschweine bringen sogar bis zu 200 Kilogramm auf die Waage. Im Vergleich zum Menschen besitzen sie mehr Stäbchen als Zapfen in der Netzhaut und können deshalb in der Dämmerung besser sehen. Ihre Paarungszeit dauert normalerweise von November bis Januar. In freier Wildbahn paaren sich die Tiere inzwischen allerdings fast das ganze Jahr über. (dpa/sc)

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