Geräte der belgischen Streitkräfte seien für die Aufzeichnungen nicht verwendet worden, stellte Francken während einer parlamentarischen Debatte klar. Allerdings gebe es bereits klare Vorschriften für den Umgang mit solchen Anwendungen – ausdrücklich auch für private Mobiltelefone. „Aber einige Militärangehörige halten sich offensichtlich nicht daran“, bedauerte der Föderalminister.
Tausende Aktivitäten an sensiblen Standorten
Hintergrund ist eine Recherche der flämischen Tageszeitung „De Morgen“ von Ende September. Demnach ließen sich über die Sport-App Strava die Namen Hunderter Militärangehöriger ermitteln.
Rund 4.000 Soldaten sollen seit 2014 sportliche Aktivitäten auf dem Gelände sicherheitsrelevanter Einrichtungen aufgezeichnet haben. Dazu gehören unter anderem das Hauptquartier der Verteidigung in Brüssel, die Luftwaffenstützpunkte Kleine-Brogel und Florennes sowie der Marinestützpunkt Zeebrügge.
Auch an internationalen Militärstandorten wurden entsprechende Aktivitäten registriert – darunter das NATO-Hauptquartier in Brüssel und das NATO-Oberkommando Shape bei Mons.
Die öffentlich zugänglichen Aufzeichnungen werfen Fragen zum Schutz sensibler Informationen und zur Einhaltung militärischer Sicherheitsvorschriften auf.
Francken kündigt strengere Maßnahmen an
Nach Angaben des Verteidigungsministers wurden bereits Schritte gegenüber den betroffenen Militärangehörigen eingeleitet. Welche konkreten Konsequenzen sie zu erwarten haben, ging aus seinen Ausführungen nicht hervor.
Ein Problem bleibt allerdings bestehen: Informationen, die einmal im Internet veröffentlicht wurden, lassen sich nur schwer vollständig entfernen. Darauf wies Francken ausdrücklich hin.
Um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern, will das Verteidigungsministerium die Kontrollen verschärfen und strengere Richtlinien einführen. (belga/calü)

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