Ostbelgische Pendlerkampagne erreicht wallonisches Parlament

<p>Die Regionalabgeordnete Christine Mauel (PFF/MR) sprach mit Wirtschaftsminister Pierre-Yves Jeholet (MR) im Wallonischen Parlament über die Kampagne zur Stärkung regionaler Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit ostbelgischer Betriebe.</p>
Die Regionalabgeordnete Christine Mauel (PFF/MR) sprach mit Wirtschaftsminister Pierre-Yves Jeholet (MR) im Wallonischen Parlament über die Kampagne zur Stärkung regionaler Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit ostbelgischer Betriebe. | Illustrationsfoto: Fabian Strauch/dpa

Im Parlament in Namur wollte die Regionalabgeordnete Christine Mauel (PFF/MR) von Wirtschaftsminister Pierre-Yves Jeholet (MR) wissen, wie die Wallonie die Wettbewerbsfähigkeit ostbelgischer Betriebe stärken kann. Die Kampagne setzt auf einen umfassenderen Vergleich von Arbeitsplätzen. Nicht allein das Gehalt soll ausschlaggebend sein. Auch Fahrtkosten, Arbeitszeit, tägliche Pendelzeiten und Lebensqualität gehören zur Rechnung.

Mauel griff diesen Ansatz auf. Dabei verwies sie auch auf die neue föderale Regelung für freiwillige Überstunden, die belgischen Arbeitgebern zusätzliche Möglichkeiten im Wettbewerb um Fachkräfte eröffnen könne. Sie wollte wissen, wie die Wallonie die Kampagne wirtschaftspolitisch unterstützen und die Betriebe in der Grenzregion stärken könne. Jeholet begrüßte den Ansatz, bei der Arbeitsplatzwahl nicht ausschließlich auf das Einkommen zu achten. Ebenso wichtig seien die Fahrtzeit, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und die Lebensqualität. Er verwies zudem auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Großregion, insbesondere bei Fachkräftemangel, Mobilität und Hindernissen für Arbeitnehmer, die jenseits der Landesgrenzen beschäftigt sind.

Konkrete neue Fördermaßnahmen für ostbelgische Unternehmen wurden in der vorliegenden Antwort allerdings nicht angekündigt. „Es geht nicht darum, Grenzpendlern ihre Entscheidung auszureden. Aber unsere Betriebe müssen im Wettbewerb um Fachkräfte sichtbar und stark sein“, erklärte Mauel. Die Kampagne eröffne dafür eine wichtige Diskussion. Entscheidend sei nun, wie sich daraus auch wirtschaftliche Vorteile für die Region entwickeln ließen. Bei einer Befragung im Jahr 2025 gaben 87 Prozent der ostbelgischen Arbeitgeber an, vom Fachkräftemangel betroffen zu sein. Fast die Hälfte erklärte, keine geeigneten Fachkräfte mehr zu finden. Mauel will das Thema deshalb weiterverfolgen. Gemeinsam mit den ostbelgischen Arbeitgebern müsse geprüft werden, wo gezielte wirtschaftliche Unterstützung den größten Unterschied machen könne. Damit rückt neben der Werbung für Arbeitsplätze vor der eigenen Haustür zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, wie die Betriebe selbst im Wettbewerb mit den Nachbarregionen gestärkt werden können. (red/sc)

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