Die neue Anlage wurde vergangene Woche am Standort in der Rue de la Colline angeliefert. Sie umfasst eine 500-Liter-Brauanlage, drei Gärtanks sowie eine Kühl- und Pasteurisierungsanlage. Damit wird die bisherige Ausstattung aus dem Jahr 2016 ersetzt, die bei der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 in Mitleidenschaft gezogen worden war.
Mit den neuen Tanks kann die Brauerei künftig größere Mengen herstellen und mehrere Gärprozesse gleichzeitig laufen lassen. Dadurch sollen die Pils-, IPA- und Berliner-Weisse-Sorten der Reihe „#4800“ regelmäßiger in den insgesamt 35 Verkaufsstellen der Region erhältlich sein. Gleichzeitig will die Brauerei häufiger limitierte und saisonale Kreationen anbieten.
Auch alkoholfreies Bier geplant
Neue Möglichkeiten eröffnet auch die Pasteurisierungsanlage, mit der Getränke durch kontrolliertes Erhitzen haltbarer gemacht werden können. Noch in diesem Herbst soll die Brauerei damit in die Herstellung von Kombucha einsteigen. Zudem schafft die Technik die Voraussetzungen dafür, künftig auch alkoholfreies Bier herzustellen. „Diese Nachfrage hören wir immer häufiger. Endlich können wir darauf mit einem Bier reagieren, das in Verviers gebraut wird“, freut sich Verwaltungsmitglied Sébastien Reinders gegenüber der Tageszeitung „La Meuse“.
Die neue Ausstattung soll allerdings nicht nur der Produktion dienen. Geplant ist auch, junge Menschen sowie Personen bei der beruflichen Eingliederung auszubilden. Bereits im November soll ein erster Praktikant seine Arbeit in der Brauerei aufnehmen.
Für 250 Euro zum Miteigentümer
Hinter dem Finanzierungsmodell steht die genossenschaftliche Struktur der Brauerei. Die neuen Anlagen gehören nicht einem einzelnen Investor, sondern wurden von den Bürgern finanziert, die sich an der Genossenschaft beteiligt haben. Unabhängig von der Höhe ihrer Investition verfügt jeder Genossenschafter bei der Generalversammlung über eine Stimme.
„Eine Genossenschaft bleibt dort, wo ihre Genossenschafter leben. Diese Brauerei wird nicht verlagert und auch nicht an den Meistbietenden verkauft“, betont Reinders gegenüber „La Meuse“.
Ein Anteil kostet 250 Euro. Wer sich beteiligt, wird damit Miteigentümer der Brauerei und erhält bei Abstimmungen das gleiche Stimmrecht wie die Gründer. Weitere Genossenschafter sind ausdrücklich erwünscht. „Je mehr wir sind, desto solider wird dieses Projekt“, so Reinders.
Die Geschichte der „Brasserie de Verviers“ begann 2014 in einer ehemaligen Textilfabrik. Langfristig hat die Genossenschaft noch größere Pläne: Bis 2029 möchte sie im Zentrum von Verviers einen neuen Ort schaffen, an dem Brauerei, Bar-Restaurant und Kulturraum unter einem Dach zusammenkommen. (calü)
Weitere Infos über die Brauerei gibt es HIER.

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