Ist es Vergessenheit oder einfach Unverfrorenheit der CSP, die Kanalisationsprobleme in der Bahnhofstraße im Gemeinderat zu thematisieren? Zwei Jahre nach ihrem Ausscheiden aus dem Schöffenamt müsste sich CSP-Fraktionssprecherin Iris Lampertz doch noch daran erinnern, dass ihr damaliger Dienstherr, Ex-Bürgermeister Luc Frank, die Bahnhofstraße aus der Prioritätenliste 2018 der bezuschussenden Behörde (AIDE) herabgestuft hatte. Stattdessen hatte er in Absprache mit der AIDE die Parkstraße, die sich vorher nicht auf der Liste befand und in der er wohnt, im Haushalt 2023 vorgesehen. Den Emmaburger-Weg, der von der AIDE wegen mangelnder Bebauung im Agrarland abgelehnt wurde, ließ er mit eigenen Steuergeldern dennoch kanalisieren. Die Kostenaufwendung von ca. 950.000 Euro bescherte hiesigen Bauunternehmen billiges Bauland. Hinzu kommt die sinnlose Teerung der Altenberger Straße und des Lindenweges. Diese Mittel hätten gereicht, um nach Kostenschätzung 2018 den Eigenanteil der Gemeinde an der seit Jahren dringend notwendigen Sanierung der Bahnhofstraße weitgehend abzudecken. Die Bahnhofstraße wäre heute fertiggestellt. Durch die finanzielle Lage der Gemeinde und die Einsparungsvorgabe des übergeordneten Staates werden die Anwohner der Bahnhofstraße in den nächsten zehn Jahren wohl kaum eine Sanierung erleben. Dennoch scheint die CSP sich offensichtlich schon auf Stimmenfang bei den Hergenrathern zu begeben. Die Hergenrather Bürger können sich für dieses Dilemma bei der CSP/SP-Koalition 2019–2025 bedanken, die außer einem finanziellen Chaos nicht viel hinterlassen hat.
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