Der Aachener Gebäckhersteller Lambertz prüft den Aufbau einer Schokoladenfabrik im westafrikanischen Land Elfenbeinküste, einem der größten Kakaoproduzenten der Welt. „Die Elfenbeinküste möchte nicht nur Bohnen exportieren, sondern mehr Wertschöpfung im eigenen Land halten wie entwickeln“, sagte Unternehmenschef Hermann Bühlbecker in einem Interview der „Aachener Zeitung“. Bislang gebe es dort nur wenige Anlagen, die fertige Schokolade produzierten. Lambertz bezieht Kakao aus dem Land.
Vorangegangen sei eine Aufforderung des Generaldirektors des Conseil du Café-Cacao, Yves Koné, an Bühlbecker. Diese Behörde regelt nach Bühlbeckers Angaben das gesamte Kakaogeschäft des Landes. Bei einem Besuch in dem westafrikanischen Land habe er laut Bühlbecker sinngemäß zu ihm gesagt: „Wir finden es gut, dass Sie aus unseren Bohnen Schokolade und Gebäck herstellen. Noch besser wäre es aber, wenn Sie hier eine Großbäckerei oder Schokoladenfabrik errichten würden.“ Das prüfe man jetzt. „Einfach ist das natürlich nicht. Eine diesbezügliche Entscheidung ist noch nicht gefallen“, so Bühlbecker weiter.
Lambertz-Chef: Arabische Märkte sind „interessant“
Zu weiteren Perspektiven seines Unternehmens außerhalb Europas sagte Bühlbecker, dass die arabischen Märkte „interessant“ seien. Mit dem Handelskonzern Lulu Group aus den Vereinigten Arabischen Emiraten habe man eine Absichtserklärung über ein Geschäftsengagement im Jahr 2027 in Höhe von mehreren Millionen Euro unterzeichnet. „Für uns ist das zunächst ein Exportgeschäft. Wir liefern unsere Produkte, und Lulu bringt sie in seine Märkte.“ Die Golfregion besitze Kaufkraft. „Unsere Tradition, unsere Marken und die mehr als 300-jährige Geschichte des Unternehmens stoßen dort auf großes Interesse“, so Bühlbecker weiter.
Den Jahresumsatz beziffert Bühlbecker auf rund 750 Millionen Euro. Die Gruppe beschäftigt nach seinen Angaben rund 4.000 Menschen. (dpa/calü)

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