Mehr Schließungen als Neugründungen: Belgiens Baubranche unter Druck

<p>Die belgische Baubranche steht weiter unter Druck: Im ersten Halbjahr 2026 stellten rund 9.270 kleine und mittlere Bauunternehmen ihre Tätigkeit ein. Gleichzeitig wurden deutlich weniger neue Betriebe gegründet.</p>
Die belgische Baubranche steht weiter unter Druck: Im ersten Halbjahr 2026 stellten rund 9.270 kleine und mittlere Bauunternehmen ihre Tätigkeit ein. Gleichzeitig wurden deutlich weniger neue Betriebe gegründet. | Foto: picture alliance/dpa

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 stieg die Zahl der Betriebsaufgaben damit um 14,6 Prozent. Gleichzeitig kamen zwar 7.545 neue kleine und mittlere Bauunternehmen hinzu – unter dem Strich verschwanden jedoch deutlich mehr Betriebe, als neue gegründet wurden.

Besonders angespannt bleibt die Situation im Wohnungsbau und bei der Renovierung von Wohngebäuden. „Der Wohnungsbau und die Wohnungsrenovierung befinden sich seit Jahren in einer schwierigen Phase, wodurch diese Bauunternehmen besonders anfällig geworden sind“, stellt Embuild fest. In diesem Bereich wurden im ersten Halbjahr 3,8 Prozent weniger Unternehmen gegründet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Betriebsaufgaben stieg zugleich um 13,6 Prozent.

Der Branchenverband fordert deshalb Unterstützung von der Föderalregierung. Im Haushalt müssten Maßnahmen vorgesehen werden, um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln. Embuild schlägt unter anderem einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für den Bau und Kauf einer selbst genutzten einzigen Wohnung vor. Dieser solle unter bestimmten Voraussetzungen auch für Wohnungen gelten, die mindestens 15 Jahre lang vermietet werden. Dabei soll eine Obergrenze für die Wohnfläche gelten.

Noch deutlicher fällt die Entwicklung im Bau und bei der Renovierung von Nichtwohngebäuden aus. Dort sank die Zahl der Unternehmensgründungen um fast 13,5 Prozent, während 21,7 Prozent mehr Betriebe ihre Tätigkeit einstellten.

Auch im Infrastrukturbau wurden deutlich weniger Unternehmen gegründet: Die Zahl ging im Jahresvergleich um 12,9 Prozent zurück. Anders als in den übrigen Bereichen sank hier allerdings auch die Zahl der Betriebsaufgaben – um 1,9 Prozent.

Embuild-Geschäftsführer Niko Demeester warnt vor den langfristigen Folgen. „Durch diesen starken Rückgang sind wir immer weniger in der Lage, die großen Ziele zu erreichen, die sich unser Land in den Bereichen Wohnungsbau, Renovierung und Infrastruktur gesetzt hat“, erklärte er. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment