BTZ bietet Unterstützung im Umgang mit Schuldgefühlen

<p>Angehörige geraten bei der Pflege älterer Eltern oft an ihre Grenzen.</p>
Angehörige geraten bei der Pflege älterer Eltern oft an ihre Grenzen. | Illustration: dpa

Rollen kehren sich oftmals schleichend um: Die Menschen, die uns einst Halt gegeben haben, benötigen plötzlich selbst Hilfe. Wenn die eigenen Eltern älter und gebrechlicher werden, stehen erwachsene Kinder vor großen emotionalen Herausforderungen. Auch wenn die Entscheidung für den Einzug in ein Wohn- und Pflegezentrum getroffen wurde, hört die Belastung häufig nicht auf. Im Gegenteil: Zur Sorge um die Eltern gesellt sich nicht selten ein schlechtes Gewissen.

Viele Angehörige plagen Schuldgefühle. Sie fragen sich, ob sie genug tun, oder fühlen sich schlecht, weil sie ihr eigenes Leben weiterleben. Doch wer sich selbst vor lauter Vorwürfen verliert, kann auch für die Eltern kein stabiler Rückhalt mehr sein. Hier setzt das Angebot des BTZ im Rahmen der Woche der mentalen Gesundheit an. Zwei Veranstaltungen, am 6. Oktober von 18 bis 20 Uhr in St.Vith, sowie am 13. Oktober von 18 bis 20 Uhr im Katharinenstift in Astenet, widmen sich dem Thema Schuldgefühle. Ziel ist es, bestehende Tabus aufzubrechen, einen offenen Austausch zu ermöglichen und den Blick wieder stärker auf die eigene mentale Gesundheit zu richten. Im Wohn- und Pflegezentrum Sankt Elisabeth in St.Vith gestalten Gabi Loslever und Petra Kohnen, Mitarbeiterinnen des Mobilen Teams des BTZ, den Abend für Bewohner, Angehörige und Pflegekräfte. In Astenet referieren Sanny Taeter, Wohnbereichsleiterin des Wohn- und Pflegezentrums Katharinenstift, und Gabi Loslever, Mitarbeiterin des Mobilen Teams für Senioren im BTZ.

Dabei geht es unter anderem darum, Schuldgefühle abzubauen und die neue Rolle als begleitende Angehörige oder begleitender Angehöriger anzunehmen. Zudem wird thematisiert, wie sich gesunde Grenzen setzen lassen, um Kraft für gemeinsame Momente zu bewahren, wie die eigene mentale Gesundheit gestärkt werden kann und wie Warnsignale chronischer Erschöpfung frühzeitig erkannt werden können.

Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich nicht nur an Angehörige, deren Eltern bereits in einem Wohn- und Pflegezentrum leben, sondern an alle, die ihre älter werdenden Eltern begleiten und erleben, dass diese zunehmend Unterstützung oder einen höheren Betreuungsbedarf haben. Die Teilnahme bietet Raum für Information, Austausch und neue Perspektiven – damit Fürsorge für andere nicht auf Kosten der eigenen Gesundheit geht. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (red/sc)

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