Der Verband fordert, Kurzsichtigkeit nicht länger als geringfügige Beeinträchtigung zu betrachten. Vielmehr seien Prävention, Früherkennung und eine entsprechende Betreuung notwendig. Mehreren Studien zufolge könnte bis 2050 die Hälfte der Weltbevölkerung eine Brille oder Kontaktlinsen tragen.
„Kurzsichtigkeit bei kleinen Kindern ist kein Problem von morgen, sondern von heute“, sagt Katherine Teblick, Sprecherin des Kollektivs Myopie. „Das Fortschreiten kann nur während des Wachstums des Augapfels verlangsamt werden. Eine Behandlung aufzuschieben, kommt daher nicht infrage.“
Eine frühzeitige Erkennung ist nach Angaben des Kollektivs entscheidend. Eltern sollten auf verschiedene Anzeichen achten. Dazu gehören häufiges Zusammenkneifen der Augen, verschwommenes Sehen in der Ferne, Schwierigkeiten beim Lesen an der Tafel, ein sehr geringer Abstand zu Bildschirmen oder Kopfschmerzen. Auch Schulen und Einrichtungen zur Begleitung von Schülern spielen bei der Früherkennung eine wichtige Rolle.
Zur Vorbeugung gehört zudem ausreichend Tageslicht. Dieses regt die Ausschüttung von Dopamin an und beeinflusst das Wachstum des Auges. Kindern wird empfohlen, mindestens zwei Stunden täglich im Freien zu verbringen, Tätigkeiten im Nahbereich zu begrenzen und regelmäßig Pausen einzulegen.
Tritt Kurzsichtigkeit auf, kann ein Augenarzt die weitere Entwicklung begleiten und auf anerkannte Behandlungsmethoden zurückgreifen. (belga/rt)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren