„Ich habe damals Gespräche mit dem CD&V-Vorsitzenden Joachim Coens geführt, an denen auch die Spitzen beider Parteien beteiligt waren“, sagte Lachaert, der seit Kurzem als unabhängiger Abgeordneter im Parlament sitzt. „Die Idee war, nach dem Vorbild der CDU, der deutschen christdemokratischen Partei, zu einer Mitte-rechts-Volkspartei zu fusionieren.“
Die Gespräche seien letztlich am zu großen Widerstand innerhalb beider Parteien gescheitert. Sammy Mahdi, der Nachfolger von Joachim Coens, habe sich gegen die Pläne ausgesprochen, so Lachaert. Zudem soll Bart De Wever (N-VA) davon erfahren und einige Mitglieder der CD&V aufgefordert haben, sich nicht daran zu beteiligen.
Bis dahin habe der Plan darin bestanden, innerhalb der Vivaldi-Regierung einen „Mitte-rechts-Block“ aus Open VLD und CD&V zu bilden. Im Raum stand demnach auch die Möglichkeit, bei den Wahlen 2024 als gemeinsame Partei anzutreten.
„Für die N-VA wäre das eine große Bedrohung gewesen“, sagte Lachaert. „Sowohl CD&V als auch Open VLD lagen damals in den Umfragen bei etwa 12 bis 13 Prozent. Gemeinsam hätten wir einen Block von 25 Prozent gebildet, mit dem Premierminister und einigen wichtigen Ministern als Aushängeschildern. Die N-VA wäre dann zwischen uns und dem Vlaams Belang eingeklemmt gewesen.“
Zwei Jahre später habe es erneut Gespräche gegeben, diesmal unter Einbeziehung der N-VA. „Aber das war weniger konkret“, sagte Lachaert. Die Idee sei gewesen, für die Wahlen 2024 ein zeitlich begrenztes Kartell der drei Parteien zu bilden, das sich auf fünf inhaltliche Vorschläge stützen sollte. (belga/rt)

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