Wie KI Ostbelgien für Touristen sichtbarer macht

<p>Ein Wanderer auf der Warchetour zwischen Robertville und Bütgenbach: Künstliche Intelligenz könnte künftig dazu beitragen, touristische Angebote und weniger bekannte Reiseziele in Ostbelgien stärker ins Blickfeld potenzieller Gäste zu rücken.</p>
Ein Wanderer auf der Warchetour zwischen Robertville und Bütgenbach: Künstliche Intelligenz könnte künftig dazu beitragen, touristische Angebote und weniger bekannte Reiseziele in Ostbelgien stärker ins Blickfeld potenzieller Gäste zu rücken. | Foto: ostbelgien.eu

Die Tourismusagentur Ostbelgien (TAO) arbeitet vor diesem Hintergrund bereits daran, ihre digitalen Angebote so aufzubereiten, dass sie künftig auch von KI-Systemen besser gefunden und verarbeitet werden können.

Das geht aus der Antwort von Tourismusminister Gregor Freches (PFF) auf eine schriftliche Frage des CSP-Abgeordneten Marcel Henn hervor. Dieser hatte unter anderem wissen wollen, wie die DG-Regierung den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Reiseplanung bewertet und ob die neuen Technologien bereits bei der Vermarktung Ostbelgiens eingesetzt werden. Die TAO setzt nach Angaben von Gregor Freches bereits seit längerem auf Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenwerbung. Hinzu kommen Kampagnen über Facebook und Instagram. Inzwischen werde aber auch an der sogenannten „Generative Engine Optimization“ (GEO) gearbeitet. Dabei werden Inhalte so strukturiert, dass KI-gestützte Such- und Assistenzsysteme sie möglichst gut erfassen und verarbeiten können. Die TAO habe diesen Prozess bereits aufgenommen. Minister Gregor Freches sieht darin gerade für Ostbelgien Potenzial. KI könne Reisenden Ziele vorschlagen, „an die die Nutzer in den meisten Fällen gar nicht gedacht haben“. Für bekannte Ziele wie Barcelona oder Paris brauche man keine KI. Bei weniger bekannten Destinationen, die genau zu den Wünschen eines Reisenden passen, könne sie dagegen eine Hilfe sein. „Für kleine Destinationen also eine Chance.“

Für Ostbelgien gebe es bislang keine eigene strukturierte Befragung zur Nutzung von KI bei der Reiseplanung. Europaweit gehe die Branche jedoch davon aus, dass bereits 40 bis 50 Prozent der Reisenden KI für ihre Reiseplanung einsetzen – etwa zur Inspiration, zur Erstellung konkreter Routen oder für Preisvergleiche. Auch touristische Anbieter in Ostbelgien sollen stärker mit den neuen Möglichkeiten vertraut gemacht werden. Die Tourismusagentur Ostbelgien bietet bereits Informationen und Weiterbildungen zu Digitalisierung und KI an. Zudem steht die DG mit der Mittelstandsvereinigung in Kontakt. Zu einer nächsten Schulungsreihe sollen auch registrierte Unterkunftsbetriebe eingeladen werden. Minister Gregor Freches räumt allerdings ein, dass insbesondere nebenberufliche Betreiber Schwierigkeiten haben könnten, zeitintensivere Schulungen mit ihrer eigentlichen Berufstätigkeit zu verbinden. KI werde klassische Angebote dennoch nicht ersetzen. Gerade bei Krisen wie Waldbränden böten Reisebüros Sicherheiten, die eine individuell mit KI geplante Reise nicht leisten könne. Reisebüros könnten kurzfristig Alternativen organisieren, Rückreisen ermöglichen und Ansprechpartner vor Ort bieten. „Beides hat also seine Berechtigung und der Verbraucher die Wahl“, fasst Gregor Freches in seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage zusammen. Daneben will die DG-Regierung die digitalen Informationen für Touristen vor Ort ausbauen. Geplant sind demnach Informationssäulen an touristisch wichtigen Punkten, so etwa an den beiden Dreiländerpunkten oder an bedeutenden Burgen. Dort sollen Besucher neben allgemeinen Informationen auch Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Wanderrouten in der Umgebung erhalten. „Wir haben in unseren Gemeinden mehr zu bieten, als viele Touristen auf den ersten Blick sehen können. Das sollten wir sichtbar machen“, so Gregor Freches. (sc)

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