Die Ermittlungen begannen im Februar 2025, nachdem am Brussels Airport zurückgelassene Sporttaschen mit rund 30 Kilogramm Kokain entdeckt worden waren. Sie waren mit einem Flug aus Cancún angekommen. Die Ermittler wurden daraufhin auf einen Mann aufmerksam, der zwar ein Flugticket gebucht hatte, aber nicht verreist war. Mit dem Ticket hatte er Zugang zur Gepäckhalle erhalten.
Nach Angaben der Föderalpolizei ließ die Organisation Kuriere mit drogenbeladenem Gepäck aus Afrika oder vom amerikanischen Kontinent nach Brüssel fliegen. Die Kuriere verließen den Flughafen anschließend, ohne die betreffenden Koffer abzuholen.
Andere Mitglieder buchten kurzfristig günstige Flugtickets, ohne tatsächlich verreisen zu wollen. So gelangten sie in die Gepäckhalle, holten die Drogenkoffer vom Band und brachten sie zu vereinbarten Übergabeorten. Diese Helfer wurden laut Polizei vor allem über soziale Netzwerke angeworben.
Im April 2025 wurde ein Verdächtiger mit einem aus Kanada stammenden Koffer aufgegriffen, in dem sich rund 30 Kilogramm Drogen befanden. Einige Wochen später stellte die Polizei bei einem weiteren Verdächtigen rund 55 Kilogramm Kokain in zwei Koffern sicher.
Im Laufe der Ermittlungen wurden Verbindungen nach Frankreich und in die Niederlande festgestellt. Die Behörden der drei Länder arbeiteten daraufhin eng zusammen, unterstützt von Europol und Eurojust.
Nachdem mehrere Schmuggelaktionen vereitelt worden waren, änderte die Organisation laut Polizei ihre Vorgehensweise. Flughafenmitarbeiter sollen die Drogen aus den Koffern genommen haben, bevor diese das Gepäckband erreichten. Die leeren Koffer wurden anschließend auf das Band gestellt, während die Drogen auf anderem Weg aus dem Flughafen gebracht wurden.
Mehrere Verdächtige sollen zudem falsche oder auf betrügerische Weise beschaffte Identitätsdokumente benutzt haben.
Am Mittwoch fanden schließlich 27 Hausdurchsuchungen statt, davon 21 in Belgien und sechs in Frankreich. 19 Verdächtige wurden in Belgien und zwei in Frankreich festgenommen. In den Niederlanden waren zuvor bereits zwei Personen festgenommen worden.
Die Ermittler beschlagnahmten mehr als 57.000 Euro Bargeld und Krypto-Wallets sowie acht Fahrzeuge, zwei Handfeuerwaffen und eine Schreckschusspistole.
Für die in Frankreich und den Niederlanden festgenommenen Verdächtigen sollen Auslieferungsverfahren eingeleitet werden. Die in Belgien Festgenommenen werden einem Untersuchungsrichter vorgeführt. (belga/rt)

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