Wie verändert die Digitalisierung den Journalismus? Wie lässt sich eine Tageszeitung zuverlässig zustellen? Und wie kann sich ein regionales Medienhaus wirtschaftlich breiter aufstellen? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Vertreter des zuständigen Ausschusses des Parlaments der Deutschsprachigen Gemeinschaft (PDG) bei einem Besuch des Verlagsgebäudes am Dienstagnachmittag in Eupen beschäftigt. Mit dabei war auch Medienminister Gregor Freches (PFF). Rund zweieinhalb Stunden dauerte das Treffen. Nach einem Rundgang durch das Verlagsgebäude wurden die verschiedenen Abteilungen und Geschäftsfelder vorgestellt. Dabei ging es nicht allein um das GrenzEcho, sondern auch um die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche des Medienhauses. Vorgestellt wurden neben der Tageszeitung unter anderem die Wochenzeitungen Wochenspiegel und KurierJournal, Radio Contact Ostbelgien NOW, der Buchverlag GEV sowie die weiteren Aktivitäten der Dachmarke GE-Media. Einen Schwerpunkt bildete zudem die eigene Verteilergesellschaft GE Distribution Services, die inzwischen die Zustellung des GrenzEcho im Norden und Süden der Deutschsprachigen Gemeinschaft sowie in einigen Randgemeinden übernommen hat. Gerade dieses Thema stieß auf Interesse.

Die PDG-Ausschussmitglieder erkundigten sich unter anderem nach der Organisation der Zustellung und den Erfahrungen mit dem Aufbau der eigenen Strukturen. Breiten Raum nahm auch die Entwicklung der journalistischen Arbeit ein. Anhand der Veränderungen der vergangenen rund 20 Jahre wurde deutlich gemacht, wie sich die Arbeitsweise grundlegend gewandelt hat: Stand früher die gedruckte Tageszeitung klar im Mittelpunkt, müssen heute Print, die Webseite GrenzEcho.net, die App und Soziale Medien gleichzeitig bedient werden. Während früher der Redaktionsschluss der Zeitung den Arbeitstag wesentlich bestimmte, läuft die Nachrichtenproduktion heute praktisch über den gesamten Tag. Meldungen werden online veröffentlicht, aktualisiert und ergänzt, für Soziale Medien aufbereitet und für die gedruckte Zeitung eingeordnet und vertieft. Neue digitale Aufgaben haben die bisherigen Tätigkeiten dabei vielfach nicht ersetzt, sondern sind hinzugekommen.
Diskutiert wurde auch über die Chancen und Abhängigkeiten, die mit Sozialen Medien verbunden sind, sowie über die wirtschaftliche Herausforderung, mit hohen digitalen Reichweiten auch genügend Einnahmen zu erzielen, um regionalen Journalismus dauerhaft finanzieren zu können. Auch der Einsatz Künstlicher Intelligenz und die damit verbundenen Veränderungen für die journalistische Arbeit, die Quellenprüfung und die Überprüfung von Bildern, Stimmen und Videos waren Thema. Zur Sprache kamen außerdem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Medienhauses. (sc)

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