Crucke äußerte sich am Dienstag erstmals im zuständigen Ausschuss der Kammer ausführlich zu dem Großbrand, der Mitte August mehr als 3.300 Hektar im Hohen Venn erfasst hatte. Die Anhörung war eigens der Widerstandsfähigkeit Belgiens gegenüber Hitzewellen, Trockenheit und Vegetationsbränden gewidmet.
Der Föderalminister verwies darauf, dass ein sehr großer Teil der Vegetationsbrände auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Untersuchungen in Belgien gehen von mehr als 95 Prozent aus.
Vor diesem Hintergrund stellte Crucke die unterschiedlichen Vorgehensweisen der beiden Provinzen zur Diskussion. In der Provinz Luxemburg waren mechanische Mäharbeiten wegen der Trockenheit bereits ab Mitte Juli ausgesetzt worden. Der Gouverneur hatte ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Maschinen etwa beim Kontakt von Metallteilen mit Steinen Funken erzeugen können. In der Provinz Lüttich, wo der Brand ausbrach, gab es eine solche Maßnahme nicht.
„Man kann sich diese Frage durchaus stellen“, sagte Crucke mit Blick auf die unterschiedlichen Entscheidungen. Es wäre aus seiner Sicht sogar ein Fehler, dies nicht zu tun. Zugleich betonte er, dass es ihm nicht darum gehe, Verantwortliche zu benennen.
Die genaue Ursache des Brandes ist weiterhin Gegenstand von Ermittlungen. Eine mögliche Spur führt zu Mäharbeiten, die am Tag des Brandausbruchs in dem Gebiet durchgeführt wurden. Die Staatsanwaltschaft Lüttich hatte Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet.
Über den konkreten Fall hinaus sieht Crucke grundsätzlich Nachholbedarf bei der Vorbereitung Belgiens auf extreme Wetterereignisse. „Wir müssen anerkennen, dass unser Land heute noch nicht ausreichend vorbereitet ist“, sagte er.
Bereits Anfang 2025 hatte das Klimarisiko-Analysezentrum Cerac auf Defizite beim Umgang mit Vegetationsbränden hingewiesen. Das Zentrum warnt inzwischen davor, dass solche Brände auch in Belgien häufiger werden und längere Trockenperioden das Risiko erhöhen.
Crucke wirbt deshalb erneut für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Föderalstaat und Regionen. Ziel sei unter anderem ein gemeinsamer Aktionsplan gegen Wald- und Vegetationsbrände.
Auch auf die Folgen von Hitze ging der Föderalminister ein. Während der drei Hitzewellen des Sommers wurden in Belgien laut Sciensano rund 2.935 zusätzliche Todesfälle registriert. Dabei handelt es sich um eine statistisch ermittelte Übersterblichkeit während der Hitzeperioden und nicht in jedem Einzelfall um eine nachgewiesene direkte Todesursache.
Bis zum kommenden Frühjahr soll deshalb gemeinsam mit den zuständigen Ministern ein belgischer Vorsorge- und Reaktionsplan für gesundheitliche Risiken durch Hitze ausgearbeitet werden. Crucke kündigte zudem an, den Regionen Ende November die Idee eines landesweiten Netzes von öffentlich zugänglichen kühlen Orten vorzulegen. (belga/calü)

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