„Die Minenabwehr ist ein Bereich, in dem wir seit Jahrzehnten mit den Niederlanden und Frankreich zusammenarbeiten“, erklärte Francken. Mit den neuen Schiffen beginne nun eine neue Generation, die auf moderner Technologie beruhe.
Im Mittelpunkt steht dabei das sogenannte RMCM-Programm zur Erneuerung der Minenabwehr. Belgien und die Niederlande erhalten insgesamt zwölf neue Schiffe sowie eine umfangreiche Flotte spezialisierter Drohnen. Der Auftrag war 2019 an das Konsortium Belgium Naval & Robotics vergeben worden, hinter dem die französischen Unternehmen Naval Group und Exail stehen. Naval Group baut die Schiffe, während Exail die dazugehörigen unbemannten Systeme entwickelt und produziert.
Das Konzept unterscheidet sich grundlegend von der klassischen Minenjagd: Das Mutterschiff bleibt außerhalb der Gefahrenzone, während Drohnen in der Luft, auf und unter Wasser eingesetzt werden, um Seeminen aufzuspüren, zu identifizieren und aus der Distanz unschädlich zu machen.
„Was hier in Ostende gebaut wird, gehört qualitativ zum Besten der Welt“, sagte Francken. Belgien habe gemeinsam mit den Niederlanden einen völlig neuen Ansatz für die Minenabwehr mit Drohnen gewählt. Auch Frankreich entwickle seine Fähigkeiten weiter. „Wenn es uns gelingt, diese Systeme und Einsatzkonzepte näher zusammenzubringen, stärken wir die Standardisierung und die Fähigkeit, gemeinsam zu operieren.“
Zusammenarbeit auch bei Einsätzen
Dass die Kooperation über gemeinsame Technik hinausgeht, zeigte nach Angaben Franckens die „Operation Blue Intruder“. Dabei brachten belgische Spezialkräfte in der Nordsee einen Öltanker der russischen Schattenflotte auf. Zwei Hubschrauber der französischen Marine waren an dem Einsatz beteiligt.
„Blue Intruder hat gezeigt, dass wir auch operativ auf Frankreich zählen können“, sagte Francken. Belgische und französische Soldaten trainierten und operierten bereits gemeinsam. „Wir wollen diese Zusammenarbeit vertiefen – auf See, aber auch in den anderen Teilstreitkräften.“
Frankreich gehört bereits zu den wichtigsten Partnern bei den deutlich gestiegenen belgischen Verteidigungsinvestitionen. Ein weiteres Beispiel ist das CAMO-Programm („Capacité Motorisée“), mit dem die Landstreitkräfte beider Länder enger miteinander verzahnt und ihre Systeme interoperabel gemacht werden sollen. (belga/calü)

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