Unter dem Titel „Rhythmische Impressionen“ gestalteten der Klarinettenchor
Schon die ungewöhnliche Kombination der beiden Formationen versprach besondere Klangfarben. Auf der einen Seite stand das breite Spektrum des Klarinettenchores – von den hellen Registern bis hin zu Bass- und Kontrabassklarinetten –, auf der anderen die Vielfalt des Schlagwerks mit Marimbaphon, Vibraphon, Xylophon, Pauken und zahlreichen weiteren Perkussionsinstrumenten. Das Programm nutzte diese Gegensätze wirkungsvoll aus. Präzise gesetzte rhythmische Passagen wechselten mit ruhigen, teilweise getragenen Momenten. Beide Ensembles überzeugten dabei mit technischer Sicherheit, differenzierter Dynamik und aufmerksamem Zusammenspiel. Das Publikum dankte den Musikerinnen und Musikern mit lang anhaltendem Applaus.

Den Höhepunkt und zugleich Abschluss des Konzerts bildete die gemeinsame Darbietung eines Bolero sowie eines Auszugs aus dem ersten Satz der 7. Sinfonie „Leningrader“ von Dmitri Schostakowitsch. Das 1941 entstandene Werk ist eng mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion und der Belagerung Leningrads verbunden. Im bekannten „Invasions“-Abschnitt lässt Schostakowitsch über einem immer wiederkehrenden Marschrhythmus ein zunächst unscheinbares Thema stetig anwachsen, bis es eine beinahe bedrohliche Wucht entfaltet. Was damals unmittelbar aus der Erfahrung des Krieges entstand, lässt sich auch heute als eindringliche Erinnerung an dessen zerstörerische Kraft und als Mahnung zum Frieden verstehen. Gerade die Verbindung von Perkussion und dem breiten Klangspektrum des Klarinettenchores verlieh diesem musikalischen Höhepunkt besondere Wirkung und wurde vom Publikum mit entsprechend großem Beifall aufgenommen.
Die beiden musikalischen Leiter Achim Bill und Robert Sarlette zeigten sich nach dem Konzert sehr zufrieden mit dem gemeinsamen Projekt. Vor allem das Zusammenspiel zweier in ihrer Besetzung so unterschiedlicher Ensembles habe sich als besonders reizvoll erwiesen. Mit „Rhythmische Impressionen“ zeigten Zephyros und Octa-Vibe Lab, dass die Verbindung von Klarinetten und Perkussion weit mehr ermöglicht als nur einen ungewöhnlichen Klangeffekt. Sie eröffnete an diesem Abend ein breites Spektrum an Farben, Dynamik und rhythmischer Gestaltung. (red/jj)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren