„Ist verrückt“: Slowakischer Masseur musste Rad-WM fahren

<p>„Ist verrückt“: Slowakischer Masseur musste Rad-WM fahren</p>
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Etwas mehr als 100 Kilometer hielt er durch, dann wurde Vladimir Kovacik bei der Straßenrad-WM aus dem Rennen genommen. Der Masseur der slowakischen Nationalmannschaft musste aus Personalnot das 273,4 Kilometer lange Rennen der Männer bestreiten. „Das ist der Traum eines jeden Fahrers. Und ich bin nur ein Masseur. Das ist verrückt“, sagte Kovacik. „Unsere Fahrer konnten nicht kommen, weil sie verletzt sind oder aus anderen Gründen. Also war ich unsere letzte Option.“

Zwei Slowaken fielen verletzt aus, ein Dritter erhielt keine Erlaubnis seines Teams. Hätte der Verband keinen Starter gestellt, hätte das Konsequenzen für die Olympia-Qualifikation haben können. Der Weltverband UCI hätte die nationalen Meisterschaften zurückstufen können, so dass Fahrer dort nur halb so viele Punkte für Los Angeles 2028 sammeln könnten. Der Start von Kovacik war somit eine reine Formalität.

Schwierigkeit Beinrasur

Der 28-Jährige hatte sein letztes Rennen 2017 bestritten. In Montreal hielt er etwas mehr als 100 Kilometer mit dem Feld mit, wurde dann von der Jury wie andere abgehängte Fahrer aus dem Rennen genommen, als es auf die schweren Schlussrunden ging. „Es ist das Rennen meines Lebens. Ich mache das für den slowakischen Radsport“, sagte Kovacik vor dem Rennen. In den sozialen Medien wurde der Masseur als „Held“ und „Legende“ gefeiert.

Da die Meldefrist abgelaufen war, hatten die Slowakei keinen Fahrer mehr nominieren können. „Vor ein paar Tagen haben wir das beschlossen“, sagte Kovacik und hatte ein wenig Sorge vor seinem Einsatz: „Form? Es gibt keine Form. Ich trainiere ein wenig, aber wie ein Amateur.“

Der Betreuer sah sich zudem mit ganz besonderen Herausforderungen konfrontiert. „Vor neun Jahren habe ich mir zuletzt eine Nummer angesteckt. Das hat nicht gleich geklappt“, berichtete Kovacik. „Und die Beine habe ich mir rasiert. Das war schwierig.“ (mn/dpa)

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