Entsprechend groß war die Enttäuschung bei Aachens Oberbürgermeister Michael Ziemons (CDU). „Wir haben viel dafür gegeben. Viele Aachener und Aachenerinnen haben mit viel Herzblut für Olympia geworben“, sagte er dem WDR.
Gerade Aachen hatte innerhalb der NRW-Bewerbung mit seiner Erfahrung im Reitsport punkten wollen. Ziemons verwies dabei auf die erfolgreiche Weltmeisterschaft im August. Dass Köln-Rhein-Ruhr im innerdeutschen Rennen unterlag, habe jedenfalls nicht am vorgesehenen Reitsportstandort gelegen.
„Wir haben gezeigt, dass wir es können, und ich darf auch sicher sagen: Am Reitsport hat es nicht gelegen, dass es nicht Köln-Rhein-Ruhr geworden ist. Wir hatten gerade die Welt zu Gast und haben gezeigt, dass wir tolle Gastgeber und Gastgeberinnen sind“, betonte Ziemons.
Die Titelkämpfe im August bezeichnete der Oberbürgermeister als „Sommermärchen“. 60 Nationen waren dabei, insgesamt kamen 500.000 Menschen. Dieses Erlebnis hätte Aachen gerne mit Olympischen Spielen fortgesetzt. Nun müsse man sich zunächst „schütteln“, sagte Ziemons. Großen Reitsport werde es in Aachen auch künftig jedes Jahr geben – allerdings „ohne olympische Ringe“.
München geht ins internationale RennenFür Deutschland übernimmt nun München. Die bayerische Landeshauptstadt bewirbt sich um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Ziel ist es, erstmals seit den Spielen von München 1972 wieder Sommerspiele nach Deutschland zu holen.
Bevor darüber entschieden wird, steht allerdings noch ein längerer internationaler Bewerbungsprozess an. Deutschland muss dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) unter anderem detaillierte Planungen und finanzielle Garantien vorlegen. Eine erste Vorauswahl für die Spiele 2036 soll im März 2027 abgeschlossen werden. Die endgültige Entscheidung ist für 2029 vorgesehen.
Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sagte München trotz der Niederlage seine Unterstützung zu. Köln-Rhein-Ruhr habe in vier von sieben Bewertungskategorien vorne gelegen, in der Gesamtbewertung habe München jedoch knapp die Nase vorn gehabt.
„Der Sport hat gewonnen. Wir wollen unseren Beitrag leisten, Olympische Spiele nach Deutschland zu holen, unseren Kindern das Geschenk zu machen, Olympia im eigenen Land zu erleben“, sagte Wüst.
Auch aus Aachen kommen trotz der Enttäuschung gute Wünsche für den deutschen Bewerber. „Wir drücken München natürlich die Daumen und wünschen alles Gute“, sagte Ziemons. (dpa/calü)

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