Wahrer Krimi bei der East Belgian Rally: Heindrichs-Schmitz gewinnen das Heimspiel

<p>Die Sieger Tom Heindrichs-Jonas Schmitz steigen auf das Dach ihres Autos.</p>
Die Sieger Tom Heindrichs-Jonas Schmitz steigen auf das Dach ihres Autos. | Foto: Herbert Simon

Grégoire Munster-Damien Withers (Hyundai), die in der Ergebnistabelle ursprünglich auf Rang eins geführt wurden, erhielten von den Sportkommissaren eine Zeitstrafe von 2’20 Minuten aufgebrummt und fielen somit auf Position sieben zurück.

Heindrichs-Schmitz, die von den Fans natürlich riesig am Podium des Triangels in St.Vith gefeiert wurden, durften über diesen Triumph kräftig jubeln. „Aber wir kommen nächstes Jahr wieder, denn wir wollen nicht am grünen Tisch, sondern auf der Strecke gewinnen“, bilanzierte Tom Heindrichs.

Die Schlussphase der East Belgian Rally (EBR), deren Preisverteilung sich wegen der Munster-Anhörung durch die Stewards um eine Stunde hinauszögerte, erwies sich als wahrer Krimi. Es war für die Fahrer und die Zuschauer, die

auf die Folter gespannt wurden, ein Wechselbad der Gefühle. „Wir haben in der abschließenden Power Stage (WP 12/Burg-Reuland) einen Fehler gemacht“, so das St.Vither Duo, das deswegen viel Zeit liegen ließ und eigentlich die Ostbelgien-Rallye gegen den vermeintlichen Sieger Grégoire Munster verloren hätte. Es herrschte jedenfalls Spannung hoch zwei bis zum Schluss. Der Vervierser Grégoire Munster, der die gesamte Rallye angeführt hatte, verlor die Spitze in der WP 9 (Büllingen) eingangs der letzten Runde. Tom Heindrichs übernahm daraufhin das Kommando. Nach der WP 10 (Bütgenbach) musste Munster wegen einer Reparatur anhalten. „Wir haben in der WP9 in einer Kurve angeschlagen“, gab er zu Protokoll: „Wir hatten in der Folge Brems- und Lenkungsprobleme.“ Nach der Instandsetzung lief das Auto wieder einwandfrei. Denn in WP11 (St.Vith) und 12 (Burg-Reuland) schaffte das Team wieder die Bestzeiten. Sein St.Vither Rivale, der mit 2,8 Sekunden Vorsprung in die Power Stage gestartet war, büßte im letzten Zeitabschnitt doch noch den ersten Platz ein, zumindest theoretisch.

Damit war der Krimi jedoch nicht zu Ende. Tom Heindrichs äußerte im Ziel der WP unweit von Hinderhausen den Verdacht, dass bei Munsters Schadenbehebung nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei: „Uns liegen Informationen vor, wonach das Team auf der Verbindungsetappe illegal einen neuen Bremszylinder erhalten haben soll. Aber wir werden keinen Einspruch erheben. Wenn Munster so gewinnen will, soll er das tun.“ Aber letztlich erübrigten sich alle Diskussionen. Mittels des Tracking-Systems wurde Munster zweimal als flagranter Temposünder ertappt und deshalb bestraft.

Tom Heindrichs-Jonas Schmitz konnten sich nicht nur über den Heimsieg freuen, sondern auch über die Auszeichnung „Driver of the day“.

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