Demi Vollering erstmals Weltmeisterin – Lotte Kopecky bei Rad-WM chancenlos

<p>Demi Vollering sicherte sich am Samstag den Sieg.</p>
Demi Vollering sicherte sich am Samstag den Sieg. | Foto: belga

Vier Sekunden hinter dem Spitzenduo sicherte sich die Italienerin Elisa Longo Borghini die Bronzemedaille. Zeitfahr-Weltmeisterin Marlen Reusser aus der Schweiz wurde mit acht Sekunden Rückstand Vierte.

Mit 180,1 Kilometern war es das längste Straßenrennen der Frauen in der Geschichte der Weltmeisterschaften. Überschattet wurde das Rennen zunächst von einem Massensturz etwa zur Hälfte der Distanz. Mehrere Fahrerinnen gingen schwer zu Boden, darunter auch die Belgierin Lotte Claes sowie Titelverteidigerin Magdeleine Vallieres aus Kanada, Kim Le Court aus Mauritius und die Spanierin Paula Blasi. Sie spielten anschließend keine Rolle mehr im Kampf um die Medaillen.

Niederlande erhöhen das Tempo

Das niederländische Team um Topfavoritin Vollering bestimmte über weite Strecken das Geschehen. Rund 40 Kilometer vor dem Ziel verschärfte Puck Pieterse auf der Voie Camillien-Houde, der schwersten Steigung des Rundkurses, das Tempo entscheidend. Für Kopecky war es zu viel. „Das war für mich die schwierigste Stelle der Strecke. Das wussten wir auch vorher“, erklärte die zweifache Weltmeisterin anschließend gegenüber dem flämischen Sportportal „Sporza“. „Ich fühlte mich eigentlich ziemlich okay, aber dieser Anstieg war einfach etwas zu schwer für mich.“ Auch an einem perfekten Tag wäre es für sie nach eigener Einschätzung schwierig geworden. „Ich habe gemischte Gefühle. Aber ich glaube, dass es heute selbst an einem Top-Tag zu schwer gewesen wäre“, sagte Kopecky.

<p>Lotte Kopecky in Monteral in Aktion</p>
Lotte Kopecky in Monteral in Aktion | Foto: belga

Vollering nutzte die Vorarbeit ihrer Mannschaft und griff 38 Kilometer vor dem Ziel selbst an. Zunächst setzte sie sich alleine ab, doch ihre Konkurrentinnen ließen sie nicht entscheidend davonziehen. 16 Kilometer vor dem Ziel schlossen Longo Borghini und Niewiadoma wieder zur Niederländerin auf.

Entscheidung erst auf den letzten Metern

In der Schlussrunde versuchte Longo Borghini ihr Glück mit einer Attacke, musste dafür jedoch wenig später bezahlen und auf der nächsten längeren Steigung abreißen lassen. Vollering und Niewiadoma gingen zu zweit in die entscheidenden Kilometer. Auch eine Attacke der Polin bergauf konnte die Niederländerin nicht abschütteln.

Auf dem letzten Kilometer kamen Longo Borghini und Reusser noch einmal gefährlich nahe. Niewiadoma eröffnete schließlich aus Vollerings Windschatten den Sprint, doch die Niederländerin reagierte sofort, zog vorbei und sicherte sich das Regenbogentrikot. Niewiadoma wurde Zweite.

Vollering krönt damit eine Saison, in der sie bereits die Tour de France Femmes, den Giro d’Italia, die Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen hatte. In der WM-Bilanz folgt sie auf die Kanadierin Magdeleine Vallieres und ist die erste niederländische Straßen-Weltmeisterin seit Annemiek van Vleuten 2022.

Belgierinnen weit zurück

Neben Kopecky auf Rang 20 kamen auch Shari Bossuyt als 24. und Margot Vanpachtenbeke als 27. ins Ziel. Julie Van De Velde, Sandrine Tas und Lotte Claes gaben das Rennen auf. „Der WM-Kurs war wirklich sehr schwer“, erklärte Bossuyt am Mikrofon von „Sporza“. „Ich glaube, die meisten unterschätzen das, aber die Abfolge dieser Anstiege – und vor allem der lange Anstieg – verlangt einem wirklich viel ab.“

<p>Margot Vanpachtenbeke bei der Rad-WM in Aktion</p>
Margot Vanpachtenbeke bei der Rad-WM in Aktion | Foto: belga

Für Ausreden sei auf einem solchen Kurs wenig Platz gewesen. „Auf einer solchen Strecke lügen die Beine nicht. Wir sind dort gelandet, wo wir hingehören“, bilanzierte Bossuyt.

Auch Kopecky erkannte Vollerings Leistung an: „Ich denke, es war ein ehrlicher Kurs. Und nach der Saison, die sie gefahren ist, ist Vollering am Ende eine verdiente Siegerin.“

Am Sonntag enden die Weltmeisterschaften in Montreal mit dem Straßenrennen der Männer. Für Belgien gehen unter anderem Remco Evenepoel und Wout van Aert an den Start. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment