Eigentlich läuft der Austausch der alten Hochflurbahnen bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert. 1999 nahm De Lijn die erste sogenannte Hermelijn-Tram in Antwerpen in Betrieb. Damit endete die Zeit, in der die PCC-Wagen den Straßenbahnverkehr der Stadt nahezu allein prägten.
Mit der späteren Einführung der Modelle Albatros und Stadslijner verschwanden immer mehr PCC-Trams aus dem regulären Betrieb. Im März 2023 absolvierten die letzten nicht kuppelbaren Fahrzeuge ihre Fahrten auf der Linie 11. Am 30. April dieses Jahres waren schließlich auch die verbliebenen PCC-Wagen zum letzten Mal regulär unterwegs.
Ganz ohne Abschiedsfahrt geht die Ära allerdings nicht zu Ende. Am Samstag rollten einige der historischen Bahnen noch einmal durch Antwerpen. Auf einem Hop-on-Hop-off-Rundkurs konnten Fahrgäste an verschiedenen Stellen der Stadt ein- und aussteigen.
Ein Exemplar übergibt De Lijn zudem an das flämische Straßenbahn- und Busmuseum der Kulturerbeorganisation META.
Die Geschichte der PCC-Straßenbahn reicht weit über Belgien hinaus. Die Abkürzung steht für „Presidents’ Conference Committee“. Entwickelt wurde das Konzept bereits Ende der 1920er-Jahre in den USA. Dort suchten Verkehrsbetriebe nach einer modernen und komfortablen Straßenbahn, die mit dem damals immer stärker aufkommenden Auto- und Busverkehr konkurrieren konnte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte die Technik auch nach Belgien. Antwerpen wurde schließlich zu einer der Städte, in denen die PCC-Bahnen besonders lange zum Straßenbild gehörten. Zwischen 1960 und 1975 erhielt die Stadt insgesamt 166 Fahrzeuge. Einige von ihnen blieben bis in dieses Jahr im Einsatz. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren