Der von den Gewerkschaften ausgerufene Streik endete am Samstagmorgen um 6 Uhr. Mit der Aktion wollten die Beschäftigten erneut auf die anhaltende Überbelegung der belgischen Gefängnisse aufmerksam machen. Hunderte Häftlinge müssen wegen fehlender Plätze auf Matratzen auf dem Boden schlafen.
Die Überbelegung sorgt nach Angaben der Gewerkschaften zugleich für eine höhere Arbeitsbelastung beim Gefängnispersonal. Auch unter den Inhaftierten nehme die Frustration zu, was wiederum zu mehr Aggressionen führe.
Während des Streiks mussten in mehreren Gefängnissen Mitarbeiter zum Dienst verpflichtet werden, um die gesetzlich vorgeschriebene Mindestversorgung sicherzustellen. Nach Angaben der Gefängnisverwaltung war dies vor allem in flämischen Haftanstalten sowie im Gefängnis von Haren in der Region Brüssel-Hauptstadt notwendig. In der Wallonie waren solche Maßnahmen seltener erforderlich.
Seit dem Ende des Ausstands hat sich die Lage wieder normalisiert. „Der reguläre Betrieb wurde wieder aufgenommen“, erklärte Kathleen Van De Vijver, Sprecherin der Gefängnisverwaltung. Die Beeinträchtigungen hätten sich damit auf die Dauer des 24-Stunden-Streiks beschränkt.
Es war bereits der zweite größere Arbeitskampf in den belgischen Gefängnissen innerhalb weniger Wochen. Anfang September hatte das Gefängnispersonal bereits fünf Tage lang gestreikt. (belga/calü)

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