Vennbahn ab Sommer 2027 bis Clerf

<p>Eine neue auf diesem Foto nicht sichtbare Brücke über die Bahnstrecke hinter dem Kloster Fünfbrunnen ermöglicht die Verbindung des Radwegs zwischen Ulflingen und Clerf.</p>
Eine neue auf diesem Foto nicht sichtbare Brücke über die Bahnstrecke hinter dem Kloster Fünfbrunnen ermöglicht die Verbindung des Radwegs zwischen Ulflingen und Clerf. | Foto: Arno Colaris

Die Vennbahn könnte schon bald bis Clerf durchgehend befahrbar sein. Nach jahrelangen Verzögerungen gibt es auf dem luxemburgischen Abschnitt des Radwegeprojekts PC 21 deutliche Fortschritte.

Wichtige Anbindung an das luxemburgische Radwegenetz

Während einer dreiwöchigen Sperrung der CFL-Strecke zwischen Ettelbrück und Ulflingen eine neue Brücke am ehemaligen Kloster Fünfbrunnen eingehoben. Sie überquert die Bahnstrecke und bildet damit eines der entscheidenden fehlenden Elemente auf dem Weg nach Clerf.

Für Ostbelgien ist diese Entwicklung von besonderem Interesse: Der Vennbahnradweg zählt zu den wichtigsten touristischen Radachsen der Region. Er führt von Aachen über Ostbelgien bis nach Luxemburg. Mit der Verlängerung bis Clerf würde die Route weiter aufgewertet und stärker an das Radwegenetz im Norden Luxemburgs angebunden.

Wie das „Luxemburger Wort“ berichtet, ist die neue Brücke nicht nur ein weiteres Bauwerk entlang der Strecke, sondern das bislang fehlende Glied, um die verbliebene Lücke zwischen Ulflingen und Clerf zu schließen. Nach Abschluss der Anschlussarbeiten soll der europäische Fahrradweg von Aachen kommend durchgehend bis Clerf befahrbar sein.

Die Freigabe ist demnach rechtzeitig zur Sommersaison 2027 vorgesehen. Damit kommt das Projekt zwar rund drei Jahre später als ursprünglich geplant, doch der jüngste Baufortschritt zeigt: Der Lückenschluss rückt nun in greifbare Nähe. Beim symbolischen Spatenstich im Juni 2022 war noch eine Inbetriebnahme im Sommer 2024 angekündigt worden.

Die Verlängerung der Vennbahn bis Clerf hätte nicht nur lokale Bedeutung. Sie würde den grenzüberschreitenden Radtourismus zwischen Deutschland, Ostbelgien und Luxemburg stärken. Für Radfahrerinnen und Radfahrer entstünde eine durchgehende Verbindung von Aachen über die ehemaligen Bahntrassen der Vennbahn bis tief ins Ösling.

Der Abschnitt zwischen Clerf und Maulusmühle ist bereits seit Ende Juli 2023 fertiggestellt. Von Clerf aus führt der Weg zunächst oberhalb des Bahnhofs über die Route d’Urspelt, verläuft dann unterhalb der Brücke der Transversale abwärts und folgt anschließend einem bestehenden Waldweg nach Norden. Auf den letzten beiden Kilometern führt die Strecke neben der Bahn bis nach Maulusmühle. Nördlich von Maulusmühle liegt der Belag bereits seit drei Jahren. Dennoch konnte der Abschnitt bislang nicht freigegeben werden. Gründe waren unter anderem Sicherungsarbeiten gegen Hangrutschungen und möglichen Steinschlag sowie die Tatsache, dass der Radweg dort bisher in einer Sackgasse endete.

Besonders schwierig war die Planung im Bereich des Schreckebierg. Dort verschwindet die Bahnstrecke in einem Tunnel, während für den Radweg eine Umfahrung gefunden werden musste. Das entsprechende Vorprojekt war bereits im Frühjahr 2023 vom damaligen luxemburgischen Mobilitätsminister François Bausch genehmigt worden.

Danach ging es jedoch nur schleppend voran. Hauptgründe für die Verzögerung waren juristische Unklarheiten bei der Nutzung der benötigten Grundstücke. Auch Umweltauflagen mussten geklärt werden. Erst nach rund zwei weiteren Jahren konnten diese Fragen ausgeräumt werden.

Mit der neuen Brücke bei Fünfbrunnen wird der Knoten gelöst.

Mit der neuen Brücke und dem rund 500 Meter langen Teilstück des PC 21 scheint nun der entscheidende Knoten gelöst. Für die Vennbahn bedeutet das: Die Verlängerung bis Clerf ist nicht mehr nur ein Ziel auf dem Papier, sondern schreitet sichtbar voran. In Clerf selbst wird eine frühere Idee derzeit nicht weiterverfolgt.

Wie das „Luxemburger Wort“ weiter berichtet, war ursprünglich vorgesehen, die endgültige Trasse über eine Holzspirale zu führen. Diese hätte den Höhenunterschied zur Transversale überwinden und den Radweg auf die andere Seite der Woltz und der Bahnstrecke bringen sollen. Diese Lösung liegt inzwischen auf Eis.

Der ursprünglich als Provisorium gedachte Verlauf der Strecke über die Route d’Urspelt hat sich bewährt und soll vorerst beibehalten werden. (red/arco)

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