„Lange her“: Russell rast in Baku zur Pole - Antonelli hadert nach „unnötigem“ Fehler

<p>F1-Pilot George Russell</p>
F1-Pilot George Russell | Foto: dpa

George Russell fand sich schnell zurecht in dieser ungewohnten Rolle. Der Mercedes-Pilot stand plötzlich ganz vorne, sein junger Teamrivale Kimi Antonelli dagegen fand sich weit hinten wieder - nach seiner eindrucksvollen Fahrt auf die Pole Position in Baku hatte der Engländer beste Laune. „Es ist ganz schön lange her, und es fühlt sich ganz schön gut an“, sagte Russell am Freitagnachmittag.

Erstmals seit drei Monaten steht er auf Startplatz eins, ebenso lange wartet er auf einen Sieg, und Russell will die vielleicht letzte Chance für einen lohnenden Angriff auf Antonelli nutzen. Denn der Italiener im anderen Mercedes mag im WM-Klassement längst weit enteilt sein, das Rennen am Samstag (13 Uhr MESZ) beginnt er erstmal als Hinterherfahrer: Nach einem einfachen Fahrfehler schon im ersten Qualifying-Abschnitt schied Antonelli früh aus, am Ende reichte es nur zu Startplatz 16. In Kurve eins, dem härtesten Bremspunkt der Strecke, war er mit dem linken Vorderrad hart an die innere Bande gekommen. Der 20-Jährige wollte sein Auto noch an die Box bringen, der Kommandostand wies ihn aber an, es abzustellen. Dieser Rückschlag allein wird noch keine Gefahr für Antonellis Titelambitionen darstellen, zu groß ist der Vorsprung in der WM. Noch neun Rennen sind in dieser Saison geplant, Antonelli hat 81 Punkte Vorsprung auf Russell. Zudem dürfte er im Normalfall problemlos in die Punkte fahren, geübt hatte er ja bereits Anfang September: Damals gewann Antonelli den Grand Prix in Monza von Startplatz 19. Eine solche Aufholjagd dürfte auf dem Stadtkurs in Baku schwierig sein.

Erst am Mittwoch hatte Russell angesichts des großen Rückstandes und seiner Leistungen eine neue Herangehensweise verkündet. „Lasst uns so tun, als stünde alles wieder auf Null“, sagte Russell.

In Baku hat er die Hälfte des Plans nun erfüllt. Die Konkurrenz wirkte im Qualifying zudem nicht sonderlich gefährlich. Die Startplätze zwei und drei holten Charles Leclerc im Ferrari und Oscar Piastri im McLaren, beide lagen bereits acht Zehntelsekunden zurück. Weltmeister Lando Norris (McLaren) wurde Fünfter direkt vor Lewis Hamilton im Ferrari. Red-Bull-Pilot Max Verstappen musste sich mit Position acht zufrieden geben und sprach später von einem „Desaster“: Probleme mit der Energiebereitstellung an seinem Auto hatten ihn auf den langen Geraden ausgebremst. (sid/kupo)

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