Die Staatsanwaltschaft Lüttich und die Polizeizone Lüttich hatten am 15. April eine gemeinsame verstärkte Aktion gegen Straßendealerei in mehreren Vierteln des Stadtzentrums angekündigt. Nun ziehen die Behörden eine erste Bilanz für den Zeitraum bis zum 31. August.
Cannabis, Kokain, Heroin und Bargeld beschlagnahmt
Nach Angaben der Polizeizone wurden seit Beginn der Operation 500 Protokolle wegen Drogenbesitzes erstellt. Hinzu kommen 50 Protokolle wegen illegalen Aufenthalts oder Zugangs zum Staatsgebiet sowie 26 Protokolle wegen Besitzes oder Tragens von Waffen.
Insgesamt wurden 196 mutmaßliche Dealer festgenommen. Ein großer Teil von ihnen wurde bereits vor das Strafgericht geladen. In mehreren Fällen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits Verurteilungen ausgesprochen. Auch führten die Kontrollen zu 50 administrativen Festnahmen wegen illegalen Aufenthalts. Die betroffenen Personen seien an die zuständigen Dienste weitergeleitet worden.
Die Behörden sprechen von einer intensiven Mobilisierung der Polizei im Kampf gegen Straßendealerei und damit verbundene Straftaten. Im Zuge der Einsätze wurden unter anderem folgende Mengen und Gegenstände sichergestellt: 6,764 Kilogramm Cannabis, 1,871 Kilogramm Kokain, 1,011 Kilogramm Heroin, 674 Einheiten Medikamente, 71.783,96 Euro, 3.500 Dollar, 95 Mobiltelefone, SIM-Karten, Verpackungsmaterial, Feinwaagen, Waffen, ein E-Scooter, ein Fahrrad und ein Fahrzeug
Polizei täglich in betroffenen Vierteln präsentSeit April seien Beamte der Polizeizone Lüttich täglich in den betroffenen Vierteln im Einsatz, heißt es weiter.
Ziel sei es, Täter zu identifizieren, den Drogenhandel zu stören und auf die Sorgen von Anwohnern und Geschäftsleuten zu reagieren.
Die Behörden betonen, dass es sich nicht um punktuelle Aktionen handele, sondern um eine längerfristige Strategie. Diese solle verhindern, dass sich der Straßendrogenhandel dauerhaft in bestimmten Teilen des Stadtzentrums festsetzt.
Dazu setze man auf eine Kombination aus verstärkter Polizeipräsenz, gezielten Kontrollen und einer angepassten strafrechtlichen Verfolgung. Der Austausch zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft erfolge laufend, damit die Maßnahmen an die Situation vor Ort angepasst werden könnten.
Druck soll aufrechterhalten werden
Die Bekämpfung des Drogenhandels bleibe eine gemeinsame Priorität der Polizeizone Lüttich und der Staatsanwaltschaft. Die seit April durchgeführten Einsätze hätten die Aktivitäten zahlreicher Dealer gestört und die Präsenz der Ordnungskräfte in den betroffenen Vierteln verstärkt.
Auch in den kommenden Monaten wollen Polizei und Justiz den Druck aufrechterhalten. Ziel sei es, neue Ansiedlungen von Straßendealerei zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu verbessern.
Der Lütticher Prokurator des Königs hob in diesem Zusammenhang den Einsatz der beteiligten Polizisten hervor. Die bisherigen Ergebnisse seien das Resultat einer kontinuierlichen Mobilisierung der Polizeidienste und einer engen Zusammenarbeit mit den Magistraten der Staatsanwaltschaft.

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