Arbeitszeiterfassung wird Pflicht: Mehr als 40 Prozent der Unternehmen dagegen

<p>Ab dem 1. Januar 2027 müssen belgische Arbeitgeber die tägliche Arbeitszeit ihrer Beschäftigten mit einem objektiven, zuverlässigen und zugänglichen System erfassen.</p>
Ab dem 1. Januar 2027 müssen belgische Arbeitgeber die tägliche Arbeitszeit ihrer Beschäftigten mit einem objektiven, zuverlässigen und zugänglichen System erfassen. | Illustrationsbild: dpa

Ab dem 1. Januar 2027 müssen belgische Arbeitgeber über ein objektives, zuverlässiges und zugängliches System verfügen, mit dem die tägliche Arbeitszeit der Beschäftigten erfasst wird. Hintergrund ist eine europäische Verpflichtung.

Viele Unternehmen erfassen die Arbeitszeit allerdings bereits heute. Laut Acerta nutzen 69,7 Prozent der belgischen Arbeitgeber ein entsprechendes System. Der Personaldienstleister bezeichnet diesen Anteil als „bemerkenswert hoch“.

Bei 41,1 Prozent der Unternehmen werden die geleisteten Arbeitsstunden aller Beschäftigten erfasst, beispielsweise über eine digitale Stechuhr oder eine App. Andere Arbeitgeber beschränken die Erfassung auf bestimmte Beschäftigtengruppen oder Situationen, etwa bei Teilzeitarbeit oder gleitenden Arbeitszeiten.

Deutliche Unterschiede zwischen Flandern und Wallonie

Die künftige Verpflichtung ist unter den Unternehmen jedoch umstritten. Besonders groß ist die Ablehnung in Flandern, wo sich 49,7 Prozent dagegen aussprechen. In der Wallonie unterstützt dagegen mehr als die Hälfte der Arbeitgeber (56,2 Prozent) die Maßnahme.

Acerta führt die höhere Zustimmung in der Wallonie vor allem darauf zurück, dass sich Überstunden durch die Arbeitszeiterfassung besser nachverfolgen lassen.

Einige Unternehmen, die bislang kein entsprechendes System nutzen, befürchten laut Acerta, dass ihre Beschäftigten die Arbeitszeiterfassung als unerwünschtes Kontrollinstrument betrachten könnten.

Der Personaldienstleister verweist zugleich auf Vorteile: Arbeitgeber, die die Arbeitszeiten bereits erfassen, könnten die Zahl der geleisteten Arbeits- und Überstunden besser im Blick behalten und entsprechend darauf reagieren. (belga/rt)

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