Agoria warnt vor Cyberrisiken: Belgische Tech-Unternehmen haben Nachholbedarf

<p>Viele belgische Technologieunternehmen sind nach Einschätzung von Agoria noch nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt.</p>
Viele belgische Technologieunternehmen sind nach Einschätzung von Agoria noch nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt. | Foto: picture alliance/dpa

Besonders verwundbar ist demnach die physische und industrielle Infrastruktur. Angriffe beschränken sich längst nicht mehr auf Computer oder Unternehmensdaten. „Kriminelle nehmen beispielsweise das Strom- und Schienennetz ins Visier, aber auch Krankenhäuser und Industrieanlagen“, warnt Eric Van Cangt, Cybersicherheitsexperte bei Agoria. „Es geht also nicht nur um Cybersicherheit, sondern häufig auch um Menschenleben.“

Eine entscheidende Voraussetzung für wirksamen Schutz ist laut Agoria, zunächst genau zu wissen, welche vernetzten Geräte und Anlagen sich überhaupt im Unternehmen befinden. Dafür brauche es ein vollständiges und aktuelles Inventar sämtlicher vernetzter industrieller Systeme. Nur so lasse sich erkennen, wo innerhalb der Produktionsanlagen Sicherheitslücken und Schutzbedarf bestehen.

Doch gerade daran hapert es: Lediglich 40 Prozent der befragten Unternehmen verfügen nach Angaben von Agoria über ein solches vollständiges und aktuelles Verzeichnis.

Noch deutlicher werden die Defizite bei der Überwachung. 48 Prozent der befragten Unternehmen besitzen keinerlei technisches Monitoring- oder Alarmsystem, das einen Cyberangriff auf ihre sogenannte operative Technologie erkennen und melden könnte. Gemeint sind damit jene Systeme und Geräte, mit denen beispielsweise Maschinen und industrielle Prozesse gesteuert oder überwacht werden.

Für Agoria zeigen die Ergebnisse, dass trotz des gestiegenen Bewusstseins für Cybergefahren bei vielen Technologieunternehmen noch erheblicher Nachholbedarf besteht. (belga/calü)

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