In den 35 regulären Gefängnissen des Landes sind derzeit 13.434 Menschen untergebracht, obwohl dort lediglich 10.795 reguläre Plätze zur Verfügung stehen. Innerhalb einer Woche kamen netto 79 Gefangene hinzu: 19 in den niederländischsprachigen Gefängnissen, 36 in den französischsprachigen Einrichtungen und 24 in Brüssel.
Besonders angespannt bleibt die Situation im Norden des Landes. Dort zählt die Gefängnisverwaltung 228 Menschen, die auf dem Boden schlafen müssen. Allein in Antwerpen sind es 68, in Hasselt 41. Im Süden des Landes gibt es 214 sogenannte „Bodenschläfer“. Im Gefängnis von Haren in Brüssel sind 157 Häftlinge betroffen.
Die aktuellen Zahlen liegen zwar noch unter dem Rekord aus dem Frühjahr, zeigen aber erneut deutlich nach oben. Ende vergangenen Jahres waren am 15. Dezember 672 Bodenschläfer registriert worden. Rund um den Jahreswechsel sank die Zahl vorübergehend auf 482 am 12. Januar. Die Gefängnisverwaltung führte dies damals auf den traditionell geringeren Zustrom während der Feiertage zurück.
Danach verschärfte sich die Lage wieder deutlich. Am 27. April wurde mit 784 Häftlingen, die auf dem Boden schlafen mussten, ein Höchststand erreicht. Anschließend gingen die Zahlen wieder zurück. Nun steigt der Druck erneut: Innerhalb nur einer Woche kamen 55 Bodenschläfer hinzu.
In ihrer Gesamtstatistik zählt die Gefängnisverwaltung derzeit 13.679 Inhaftierte bei insgesamt 11.064 Plätzen. Darin enthalten sind neben den Insassen der klassischen Gefängnisse auch 69 Bewohner von Transitionshäusern und 176 Bewohner von Haftanstalten mit gelockertem Vollzug. Diese Einrichtungen verfügen über 77 beziehungsweise 192 Plätze. Zusätzlich stehen 324 Notbetten zur Verfügung, die nicht zur regulären Kapazität gerechnet werden.
Die Gefängnisverwaltung bestätigt den erneuten Anstieg und zeigt sich besorgt. Sowohl die Zahl der rechtskräftig Verurteilten als auch jene der Untersuchungshäftlinge nehme zu. Ab dem 1. Oktober sollen neue Maßnahmen gegen die Überbelegung greifen. Alle Gefängnisse hätten bereits entsprechende Anweisungen erhalten, damit infrage kommende Fälle zügig vorbereitet werden können.
Auch die Gewerkschaften erhöhen den Druck. Sie fordern weitere Schritte gegen die Überbelegung und haben für den 25. September eine Streikankündigung hinterlegt. (belga/calü)

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