Demnach wird ein 2025 in Europa geborenes Kind voraussichtlich insgesamt mehr als drei Lebensjahre länger extremen Wetterbedingungen ausgesetzt sein, die Waldbrände begünstigen, als ein 1950 geborener Mensch. Bleibt die derzeitige Klimapolitik unverändert, entspricht das laut Studie einem Anstieg um 84 Prozent. Rund 86 Prozent dieser Zunahme führen die Forscher auf den Klimawandel zurück.
Besonders ausgeprägt ist die Entwicklung im Mittelmeerraum. In einigen Regionen könnte die Belastung durch brandförderndes Wetter zweieinhalbmal so hoch ausfallen wie für die 1950 geborene Generation. Das entspricht über das gesamte Leben gerechnet mehr als fünf zusätzlichen Jahren mit entsprechenden Wetterbedingungen.
Portugal zählt laut Studie zu den am stärksten betroffenen Ländern. Dort könnte die Zahl der Tage mit besonders hoher Waldbrandgefahr von durchschnittlich 14 pro Jahr zwischen 1950 und 1970 auf 32 Tage im Jahr 2100 steigen.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich das Brandrisiko, dem die Kinder von heute im Laufe ihres Lebens ausgesetzt sein werden, grundlegend von dem unterscheidet, was ihre Großeltern erlebt haben“, sagt Hauptautorin und VUB-Doktorandin Rosa Pietroiusti. Junge Menschen hätten am wenigsten zum Klimawandel beigetragen, würden dessen Folgen aber am längsten erleben.
Die Forscher betonen zugleich, dass die Entwicklung noch beeinflusst werden könne. Eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad würde die lebenslange Belastung deutlich reduzieren. „Diese Zukunft steht noch nicht fest“, sagt VUB-Professor Wim Thiery. Jeder Bruchteil eines Grades an vermiedener Erwärmung verringere die Wetterbedingungen, die Brände begünstigen.
Neben einer Verringerung der Emissionen seien deshalb auch Investitionen in Brandprävention, Katastrophenschutz und widerstandsfähigere Landschaften notwendig, so Thiery. Die Studie erscheint nach einem Sommer, in dem Waldbrände in Europa nach Angaben der Forscher mehr als eine Million Hektar Fläche zerstört haben. (belga/calü)

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