Sanfte Mobilität ist in aller Munde...

Wenn ich das Auto beruflich nicht brauche, pendle ich mit dem E-Bike zur Arbeit – auf einer ländlichen Straße ohne Radwege. Dabei tue ich alles für meine Sicherheit: Ich trage eine Leuchtjacke mit Reflektoren sowie einen Helm mit Beleuchtung, Bremslicht und Blinker. Auch die Fahrradbeleuchtung ist immer eingeschaltet. Mehr kann ich nicht tun, um im Verkehr wahrgenommen zu werden. Zudem fahre ich äußerst vorausschauend.

Und dennoch erlebe ich im Alltag viel zu oft die Rücksichtslosigkeit mancher Autofahrer. Sie ziehen in hohem Tempo extrem nah an mir vorbei, schneiden Kurven oder ignorieren meine Vorfahrt im Kreisverkehr.

Die aktuellen Präventionskampagnen begrüße ich daher sehr. Doch gleichzeitig frage ich mich: Warum lebt unsere Gesellschaft dieses gefährliche Verhalten durch Rennveranstaltungen vor? Warum muss immer schneller gefahren werden? Wer profitiert eigentlich von erhöhter Geschwindigkeit und dem damit verbundenen Lärm? Und lassen wir die verheerende Klimabilanz dabei einmal ganz außen vor.

In den Fahrschulen sollte nicht nur das reine Autofahren gelernt werden. Es muss auch vermittelt werden, wie man sich auf dem Rad fühlt und wie man als Autofahrer echte Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer nimmt.

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