Es sind wahrhaft dystopische Zeiten, in denen wir leben, und die politische sowie technologische Realität in den USA nimmt immer absurdere Züge an. Kürzlich schwadronierte JD Vance, der amtierende US-Vizepräsident, in einem Interview mit einem evangelikalen Youtuber allen Ernstes vom Ende der Welt und der Vermutung, der „Antichrist“ weile womöglich schon unter uns. Höchst fragwürdige und beunruhigende Äußerungen für einen Mann in einem der mächtigsten Staatsämter der Welt, der eigentlich rationale Krisenpolitik betreiben sollte, statt biblische Endzeitszenarien zu predigen.
Doch die eigentliche Ironie folgte nur wenige Tage später aus dem Silicon Valley. Die großen KI-Giganten in den USA verkünden plötzlich, bei der weiteren Entwicklung künstlicher Intelligenz auf die Bremse treten zu wollen. Der Grund? Sie befürchten, dass ihre eigene Technologie bereits in wenigen Monaten zu einer realen, unkontrollierbaren Bedrohung für die gesamte Menschheit werden könnte.
Hier schließt sich der Kreis zu Trump, der von all diesen Warnungen nichts wissen will. Schlimmer noch: passend zu seinem deregulierenden Kurs hatte Trump direkt nach seinem Amtsantritt eine Sicherheitsverordnung seines Vorgängers einkassiert, die genau das ermöglichen sollte, was die Tech-Branche jetzt panisch fordert: eine bessere staatliche Kontrolle, strengere Sicherheitsstandards und Transparenzpflichten bei riskanten KI-Systemen. Es offenbart sich eine bizarre Parallele. Trumps Vize sinniert über den Antichristen im biblischen Sinne, während die Tech-Elite das reale Ende der Menschheit durch ihre eigene „Schöpfung“ fürchtet und der Präsident selbst sabotiert die Notbremsen des KI-Zuges.
Wer braucht noch imaginäre biblische Endzeitgestalten, wenn die politische Ignoranz und die menschliche Hybris völlig ausreichen, um den eigenen Untergang einzuleiten?
Die Geister, die sie riefen, werden sie nun nicht mehr los.
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