Dafür wurde das Observatorium der Pharmaindustrie wiederbelebt. In dem Gremium sitzen Vertreter der öffentlichen Hand, der Wissenschaft und der biopharmazeutischen Industrie. Es war bereits 2018 unter der damaligen Föderalregierung eingerichtet worden. Ein im Juli veröffentlichter Königlicher Erlass regelt nun seine Zusammensetzung neu.
Der Zeitpunkt ist nicht zufällig: Die Biopharmaindustrie steht weiterhin für rund 15 Prozent der belgischen Exporte und etwa 45.000 Arbeitsplätze, sieht sich aber einem immer stärkeren Wettbewerb aus den USA und China ausgesetzt.
„Die Arbeit des Observatoriums muss uns dabei helfen, Entscheidungen zu treffen, die es Belgien ermöglichen, in der Spitzengruppe zu bleiben“, erklärte der föderale Wirtschafts- und Arbeitsminister David Clarinval (MR) nach einem Treffen mit Branchenvertretern am Dienstag.
In der Vergangenheit beschäftigte sich das Observatorium unter anderem mit einzelnen Themen wie dem Fachkräftebedarf. Nun soll erstmals ein umfassendes „Dashboard“ zur Wettbewerbsfähigkeit des belgischen Pharmasektors entstehen.
„Nicht mehr alle Indikatoren stehen auf Grün. Deshalb brauchen wir Instrumente, mit denen wir unsere führende Position behaupten können“, erklärte eine Sprecherin des Branchenverbandes Essenscia.
Eine entsprechende Studie soll gemeinsam mit dem föderalen Wirtschaftsministerium erstellt und bis Ende des Jahres vorgelegt werden. Besonders genau untersucht werden sollen die Entwicklung der Zahl klinischer Studien, die Exporte sowie neue Investitionsprojekte.
Dabei soll Belgien nicht isoliert betrachtet werden: Die einzelnen Kennzahlen werden mit der Entwicklung in anderen europäischen Ländern sowie in den USA und China verglichen.
Das Dashboard soll anschließend regelmäßig aktualisiert und schrittweise erweitert werden. Ziel ist es, Politik und Branche ein Instrument an die Hand zu geben, mit dem sich die internationale Wettbewerbsposition des belgischen Pharmastandorts kontinuierlich verfolgen lässt. (belga/calü)

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