Nach neuesten Angaben des Netzbetreibers ProRail wurden an insgesamt 27 Stellen im Land Gegenstände auf den Schienen entdeckt. Betroffen waren vor allem Strecken in der Mitte und im Norden der Niederlande. ProRail geht von vorsätzlicher Sabotage aus. Wer dahintersteckt und welches Motiv die Täter hatten, ist bislang unklar. Die Polizei ermittelt.
Die Gegenstände lösten sogenannte Abschnittsstörungen im Zugsicherungssystem aus. Dadurch registrierte das System die betroffenen Gleisabschnitte als belegt, sodass dort keine Züge verkehren konnten.
In Steenwijk in der Provinz Overijssel fuhr nach Angaben von ProRail sogar ein Zug gegen Material, das auf die Schienen gelegt worden war. Gefahr für die Insassen habe dabei nicht bestanden, erklärte ein Sprecher des Netzbetreibers.
Der Zugverkehr brach am Morgen unter anderem rund um Zwolle zeitweise vollständig zusammen. Auch zwischen Utrecht und Gouda sowie zwischen Apeldoorn und Deventer kam es zu Ausfällen. Bis zum späten Vormittag waren die meisten der 27 betroffenen Stellen wieder freigegeben, sodass der Zugverkehr dort wieder aufgenommen werden konnte.
Ob die Sabotage mit dem am Dienstag in Den Haag stattfindenden Prinsjesdag zusammenhängt, ist bislang unklar. An diesem Tag hält der niederländische König traditionell seine Thronrede und stellt die Regierung ihre politischen Pläne für das kommende Jahr vor.
Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern an. Zu möglichen Tätern oder Hintergründen machte die Polizei zunächst keine Angaben. (dpa/belga/calü)

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