Schon der Anpfiff hatte sich im Rhein-Energie-Stadion leicht verzögert. Wegen gezündeter Pyrotechnik im Kölner Block zog roter Nebel über das Spielfeld. Als der Ball schließlich rollte, fanden die Gastgeber zunächst etwas besser in die Begegnung. Vor allem über die linke Seite mit El Mala entwickelte der FC früh Zug nach vorne.
Nach fünf Minuten setzte sich der Außenspieler im Hoffenheimer Strafraum gegen Bernardo durch, ehe Ozan Kabak seinen Abschluss blockte. Kurz darauf erkämpfte El Mala gegen Kabak einen Eckball. Die Standardsituation führte zur ersten gefährlichen Kölner Gelegenheit: Jóhannessons Hereingabe verlängerte Ache mit der Hacke zu Krauß. Dessen Abschluss aus rund acht Metern wurde allerdings vom eigenen Mitspieler Thielmann geblockt.
1. FC Köln 3:2 TSG Hoffenheim (0:1)
Im weiteren Verlauf meldete sich Hoffenheim zunehmend offensiv an. Conté setzte einen Distanzschuss rechts vorbei, wenig später musste Ache im eigenen Strafraum einen Volleyversuch von Wimmer per Kopf zur Ecke klären. Insgesamt hielten sich beide Mannschaften in den ersten 20 Minuten noch weitgehend die Waage, anschließend verlagerte sich das Geschehen jedoch zunehmend in Richtung des Kölner Tores. Die Gäste fanden nun besser ins Spiel und setzten den FC mit ihrem aggressiven Pressing immer stärker unter Druck. Hložek verfehlte nach einem weiten Abschlag von Baumann aus rund 18 Metern das linke Eck nur knapp (22.). Wenig später nahm Daghim auf der linken Seite Tempo auf, wurde an der Strafraumkante aber noch von Castro-Montes gestoppt.
In der 27. Minute belohnte sich Hoffenheim letztlich für seine stärkere Phase. Nach einer zunächst abgewehrten Standardsituation hielten die Gäste den Angriff am Leben und ließen den Ball an der Strafraumgrenze auf engem Raum zirkulieren. Schließlich kam Daghim aus rund 18 Metern zum Abschluss und schob (keineswegs unhaltbar) flach in die rechte Ecke – 0:1.

Auch nach der Führung setzte Hoffenheim die Kölner weiterhin unter Druck. Der FC tat sich in dieser Phase schwer, geordnet aus der eigenen Hälfte herauszukommen. El Mala versuchte es nach 33 Minuten aus der Distanz, verzog jedoch deutlich. Umso größer war die Möglichkeit zum Ausgleich in der 40. Minute. Hoffenheims Avdullahu spielte einen missglückten Rückpass direkt in den Lauf von El Mala. Der Kölner tauchte halblinks im Strafraum völlig frei vor Baumann auf, scheiterte im Eins-gegen-eins aber am Hoffenheimer Torhüter. Es war die mit Abstand beste Chance des FC im bisherigen Verlauf des Spiels.

So ging es mit einem 0:1 in die Pause – ein Rückstand, der angesichts der Hoffenheimer Dominanz im zweiten Teil der ersten Hälfte durchaus dem Spielverlauf entsprach.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich allerdings ein völlig anderes Bild. Köln kam mit deutlich mehr Tempo, Entschlossenheit und Zug zum Tor aus der Kabine. Nur sechs Minuten nach Wiederanpfiff war der Rückstand egalisiert. El Mala spielte einen Doppelpass mit Jóhannesson, zog halblinks in den Strafraum, ließ Albian Hajdari stehen und schloss aus rund acht Metern ab. Bernardo fälschte den Ball entscheidend ab – 1:1 (51.).
Der FC setzte nach. Nur zwei Minuten später rauschte ein Distanzschuss von Paul Okon-Engstler knapp über die Latte. Doch mitten in die stärkste Phase der Gastgeber hinein bot sich Hoffenheim die riesige Chance zur erneuten Führung. Simpson-Pusey brachte Conté zu Fall, Schiedsrichter Florian Badstübner entschied auf Elfmeter.

Max Moerstedt, der gerade erst eingewechselt worden war, trat an. Doch diesmal machte Schwäbe seinen Fehler beim 0:1 mehr als wett: Der Kölner Kapitän machte sich nach links lang und parierte den Strafstoß mit den Fingerspitzen (57.).
Anschließend entwickelte sich ein völlig offener Schlagabtausch. El Mala zwang Baumann mit einem Schlenzer zu einer Parade, bei der anschließenden Ecke köpfte Luka Lochoshvili aus sechs Metern nur knapp am linken Pfosten vorbei.
In der 65. Minute wechselte Köln gleich dreifach: Thijs Dallinga ersetzte Ache, Rückkehrer Ellyes Skhiri kam für Okon-Engstler und Linton Maina für den von Krämpfen geplagten El Mala. Doch zunächst schlug Hoffenheim erneut zu. Nach einer Ecke von Vladimír Coufal stieg Kabak im Zentrum am höchsten und köpfte aus rund neun Metern platziert zum 1:2 ein (67.).
Die Kölner Antwort ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Und die Wechsel sollten sich auszahlen. Maina kombinierte sich auf der linken Seite mit Mensah durch und spielte flach in die Mitte. Dallinga lief am ersten Pfosten ein und drückte den Ball aus sechs Metern zum 2:2 über die Linie (72.).
Das Rhein-Energie-Stadion kochte – und der FC wollte nun mehr. In der 81. Minute verhinderte Baumann zunächst noch die komplette Wende, als Krauß nach einer Kombination über Thielmann und Jóhannesson aus kurzer Distanz am Hoffenheimer Torhüter scheiterte.

Eine Minute später war es dennoch so weit. Dallinga traf erneut und brachte Köln mit seinem zweiten Treffer innerhalb von zehn Minuten erstmals an diesem Nachmittag in Führung – 3:2. Der eingewechselte Niederländer wurde damit zum entscheidenden Mann einer zweiten Halbzeit, in der der FC die Partie vollständig auf den Kopf stellte.
Nach einer über weite Strecken enttäuschenden ersten Hälfte feierte Köln damit einen ebenso spektakulären wie hart erkämpften 3:2-Erfolg. El Malas Ausgleich leitete die Wende ein, Schwäbes gehaltener Elfmeter hielt den FC im Spiel – und Dallinga krönte die Aufholjagd mit seinem Doppelpack.
Erste Reaktionen der Trainer nach dem Spiel:
René Wagner (1. FC Köln):
„Ich bin stolz, dass wir nach zwei Rückschlägen zweimal zurückgekommen sind und am Ende gewonnen haben“, sagte Wagner nach dem 3:2. In der ersten Halbzeit habe der FC Hoffenheim bewusst wenig Raum in der Tiefe geben wollen, dabei aber phasenweise zu passiv agiert. Nach der Pause sei die Mannschaft aggressiver geworden und habe mehr Risiko gesucht. „Ich glaube, es haben alle gesehen, was die Mannschaft zu leisten in der Lage ist.“ Matchwinner Thijs Dallinga habe ihn mit seinem Doppelpack nicht überrascht: „Wenn er in der Box ist, ist er brandgefährlich.“ Auch Said El Mala hob Wagner hervor: Trotz vergebener Chancen vor der Pause sei der junge Offensivspieler drangeblieben und habe sich mit seinem Treffer belohnt.
Christian Ilzer (TSG Hoffenheim):
Ilzer sprach von einer „sehr guten ersten Halbzeit“ seiner Mannschaft. Hoffenheim habe das Spiel kontrolliert und verdient geführt. Nach der Pause seien die Zuordnungen jedoch nicht mehr so klar und konsequent gewesen. Hinzu kamen vergebene Großchancen und der verschossene Elfmeter von Max Moerstedt. „Dann hat Köln Oberwasser bekommen, es ist Emotion ins Spiel gekommen und das Spiel ist wild geworden.“ Aufgrund der zweiten Halbzeit sei der Kölner Sieg verdient gewesen. Als Gründe für die aus Hoffenheimer Sicht unnötige Niederlage nannte Ilzer vor allem neben den drei Gegentoren, „die fehlende Effizienz nach vorne“.
(kupo)

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