Der Angriff ereignete sich kurz vor Mitternacht. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler sollen die beiden Verdächtigen nach den Schüssen mit einem E-Scooter geflüchtet sein. Die Ermittlungen zu den Tätern und ihren Motiven dauern an.
Anderlechts Bürgermeister Fabrice Cumps (PS) erklärte, zum Zeitpunkt des Angriffs habe sich niemand in dem Gebäude befunden. Er stehe in engem Kontakt mit der Polizeiführung, um die Schutzmaßnahmen für die Beamten „so weit wie nötig“ zu verstärken.
„Meine Gedanken sind bei den Polizeikräften, die erneut direkt ins Visier genommen und einem unerträglichen Druck ausgesetzt werden“, erklärte Cumps. Die Priorität sei klar: „Diejenigen schützen, die uns schützen.“
Quintin „zutiefst schockiert“
Innenminister Bernard Quintin (MR) zeigte sich „zutiefst schockiert“ über den Angriff. „Ich verurteile diesen Angriff aufs Schärfste“, erklärte er. Er stehe in ständigem Kontakt mit der Polizei und dem Bürgermeister von Anderlecht.
Quintin äußerte die Erwartung, dass alles unternommen werde, um die Täter schnell zu identifizieren und vor Gericht zu bringen. Von derartigen Einschüchterungsversuchen werde man sich nicht davon abbringen lassen, organisierte Kriminalität und Drogenhandel entschlossen zu bekämpfen.
„Wir werden nicht zulassen, dass das organisierte Verbrechen Brüssel übernimmt“
Der Brüsseler Ministerpräsident Boris Dilliès (MR) bezeichnete die Schüsse als „erneute Warnung für Brüssel“. „Wir werden nicht zulassen, dass das organisierte Verbrechen unsere Stadt übernimmt“, erklärte er.
Dilliès verwies unter anderem auf den neuen Brüsseler Drogenbeauftragten, der Ende September seine Arbeit aufnehmen und eine umfassende Strategie entwickeln soll. Zudem erinnerte er an die Einschränkungen für E-Scooter sowie regionale Investitionen von 68 Millionen Euro in Sicherheit und Prävention.
Auch Gaëtan Van Goidsenhoven, MR-Fraktionschef im Anderlechter Gemeinderat, sieht in dem Angriff ein Signal aus dem kriminellen Milieu. Die Unterwelt demonstriere damit ihren Willen, die Kontrolle über das Gebiet zu übernehmen.
Die Justiz ermittelt unterdessen weiter zu den Hintergründen der Tat und fahndet nach den beiden Verdächtigen. (belga/rt)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren