Großbrand im Hohen Venn: Experten warnten schon im März vor fehlenden Luftmitteln

<p>Ein Löschflugzeug aus Schweden nimmt an der Eupener Talsperre Wasser auf. Bei der Bekämpfung des Großbrandes im Hohen Venn ist Belgien auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen.</p>
Ein Löschflugzeug aus Schweden nimmt an der Eupener Talsperre Wasser auf. Bei der Bekämpfung des Großbrandes im Hohen Venn ist Belgien auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. | Foto: David Hagemann

Das Belgian Wildfire Network wurde 2025 von den Fakultäten für Bioingenieurwissenschaften der Universität Gent und der Universität Lüttich gegründet. Das Netzwerk bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen, um Belgien besser auf Naturbrände vorzubereiten.

Im März dieses Jahres übermittelten die Experten den zuständigen Ministern des Landes einen Bericht. Darin warnen sie vor einem zunehmenden Risiko großer Naturbrände in Nordwesteuropa. Gleichzeitig verfügten viele Länder der Region bislang nur über begrenzte Erfahrung und Ausrüstung, um solche Feuer zu bekämpfen.

Belgien besonders verwundbar

Für Belgien sehen die Experten gleich mehrere Schwachstellen. Neben fehlendem Bewusstsein für die zunehmende Waldbrandgefahr und einer unzureichenden Datenlage erschwere auch die komplexe staatliche Struktur eine einheitliche Strategie.

So orientiere sich Flandern bei seiner Vorgehensweise vor allem an den Niederlanden, während Wallonien stärker nach Frankreich blicke. Selbst innerhalb der Regionen gebe es keine einheitliche Kommunikation. Im Hohen Venn werde die Waldbrandgefahr beispielsweise mit einer Flagge angezeigt, während andernorts in Wallonien Informationsblätter verteilt oder Hinweisschilder aufgestellt würden.

Besonders deutlich fällt die Kritik des Netzwerks bei der vorhandenen Ausrüstung aus. Das gelte vorwiegend für die Brandbekämpfung aus der Luft.

Zwar verfügt die föderale Polizei über Hubschrauber, doch deren Zahl sei begrenzt. Zudem seien diese Kapazitäten „nicht strukturell in eine umfassendere nationale Waldbrandstrategie integriert“, heißt es in dem Bericht.

Eine Erweiterung und Stärkung der Luftkapazitäten würde nach Einschätzung der Experten „die Fähigkeit, Waldbrände zu erkennen, zu überwachen und zu bekämpfen, erheblich verbessern“.

Ausländische Hilfe im Hohen Venn

Wie aktuell das Thema ist, zeigt der Großbrand im Hohen Venn. In den vergangenen Tagen wurde verstärkt darüber diskutiert, dass Belgien selbst nicht über ausreichende Löschflugzeuge oder -hubschrauber verfügt und deshalb bei einem Brand dieses Ausmaßes auf internationale Unterstützung angewiesen ist.

Beim Einsatz im Hohen Venn erhält Belgien derzeit Hilfe aus mehreren europäischen Ländern. Löschflugzeuge beziehungsweise Hubschrauber wurden unter anderem aus den Niederlanden, Schweden, Norwegen und Deutschland geschickt. (belga/calü)

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