[Video] „Ein Juwel unseres Landes“: König Philippe besucht die Einsatzkräfte in Sourbrodt

<p>Nach dem Besuch im Koordinationszentrum in Sourbrodt begab sich König Philippe mit Feuerwehrleuten direkt in Richtung Brandgebiet.</p>
Nach dem Besuch im Koordinationszentrum in Sourbrodt begab sich König Philippe mit Feuerwehrleuten direkt in Richtung Brandgebiet. | Foto: Nicolas Lambert/belga

Im Krisenzentrum in Vottem wurde Philippe zunächst über die Entwicklung seit Ausbruch des Feuers und die Koordinierung des Großeinsatzes informiert. Von dort führte sein Weg am Nachmittag nach Sourbrodt und damit unmittelbar an den Rand des betroffenen Gebietes. Begleitet wurde der König von Innenminister Bernard Quintin (MR), Vizepremier Jan Jambon (N-VA), dem wallonischen Ministerpräsidenten Adrien Dolimont (MR) und DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG).

In Sourbrodt stand vor allem der Austausch mit jenen Menschen im Mittelpunkt, die seit Tagen unmittelbar mit dem Brand konfrontiert sind. Philippe ließ sich von den Verantwortlichen der Rettungsdienste ihre Arbeit erläutern und sprach mit Feuerwehrleuten und weiteren Helfern. Gegenüber den Journalisten würdigte er ihre „hervorragende Arbeit“ und hob die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Diensten und politischen Ebenen hervor. Zugleich machte das Staatsoberhaupt keinen Hehl aus seiner persönlichen Betroffenheit. Er sei „traurig für das Hohe Venn“, sagte Philippe und bezeichnete das Naturschutzgebiet als ein „Juwel unseres Landes“. Er hoffe, dass sich die Natur nach den schweren Schäden möglichst schnell regenerieren könne.

Der König bezeichnet das Venn als ein „Juwel unseres Landes“.

Oliver Paasch, der Philippe sowohl in Vottem als auch in Sourbrodt begleitete, erlebte den König nach eigenen Worten als sichtlich bewegt. „Der König war sehr betroffen und wir haben dankbar zur Kenntnis genommen, dass er seine Anteilnahme zum Ausdruck bringt“, sagte der Ministerpräsident. Philippe habe bewusst den Kontakt zu den Rettungskräften gesucht, „um ihnen Mut zuzusprechen und Dank zum Ausdruck zu bringen“. Auch die Situation der evakuierten Bewohner spielte bei dem Besuch eine Rolle. Paasch sprach von einer „unglaublich belastenden Situation“. Die Menschen wüssten weiterhin nicht, wann sie zurückkehren könnten und ob ihre Häuser letztlich vom Feuer betroffen sein würden.

<p>Am Vormittag stand zunächst der Besuch des Krisenzentrums in Vottem auf dem Programm.</p>
Am Vormittag stand zunächst der Besuch des Krisenzentrums in Vottem auf dem Programm. | Foto: David Hagemann

Der DG-Ministerpräsident verwies zugleich auf die große Hilfsbereitschaft in der Region. Neben den professionellen Einsatzkräften seien zahlreiche Ehrenamtliche und Landwirte seit Tagen im Einsatz. „Ich persönlich bewundere die Solidarität wieder einmal in der ostbelgischen Bevölkerung“, sagte Paasch. Hinzu komme die Unterstützung aus mehreren europäischen Ländern. Für Paasch erklärt sich die besondere Anteilnahme auch aus der Bedeutung des Hohen Venns für die Region. „Das Hohe Venn ist ein Teil unserer aller Lebensqualität, ist touristisch von Bedeutung, aber auch für uns, die Einwohner rund um das Hohe Venn“, sagte er. Er selbst sei „traurig über das, was ich in den letzten Tagen hier gesehen und erfahren habe“. Die DG selbst sei zwar nicht für den Katastrophenschutz zuständig. „Aber wir sind betroffen und wir gewähren da Unterstützung, wo wir es können.“

Zu einem längeren Austausch kam es auch zwischen dem König Philippe und Jean Collard, dem Präsidenten der Vereinigung „Les Amis de la Fagne“. Collard schilderte die Folgen des Feuers für das Naturschutzgebiet. Philippe versprach ihm, später noch einmal ins Hohe Venn zu kommen, um die weitere Entwicklung zu verfolgen.

<p>Eine Frau aus Sourbrodt überreichte dem König ein Aquarell mit dem verschneiten Mont Rigi.</p>
Eine Frau aus Sourbrodt überreichte dem König ein Aquarell mit dem verschneiten Mont Rigi. | Foto: Nicolas Lambert/belga

Für einen persönlichen Moment sorgte Marie-Louise Antoine aus Sourbrodt. Die Einwohnerin hatte ein selbst gemaltes Aquarell für den König mitgebracht und es zunächst einem seiner Mitarbeiter überreicht. Das Bild zeigt den Mont Rigi in einer verschneiten Landschaft – einen Ort, der nun, wie Antoine erklärte, „in Rauch aufgegangen“ sei. Als Philippe von dem Geschenk erfuhr, suchte er die Malerin persönlich auf und bedankte sich bei ihr für das Aquarell. Die Begegnung gehörte zu den persönlichen Momenten eines ansonsten stark von Gesprächen mit Einsatzverantwortlichen geprägten Nachmittags.

Der Besuch blieb schließlich nicht auf das Koordinationszentrum beschränkt. Philippe wollte auch selbst sehen, unter welchen Bedingungen die Feuerwehr seit Tagen arbeitet. Gemeinsam mit einem Team der Einsatzkräfte fuhr der König deshalb weiter in Richtung Brandgebiet und ließ sich dort die Situation unmittelbar im Gelände erklären. Mit seiner Zusage, später zurückzukehren, richtete der Staatschef den Blick zugleich über den akuten Einsatz hinaus – auf die Frage, wie sich jenes „Juwel des Landes“ von den Folgen des Großbrandes erholen wird.

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