Der Ärger in der Heimat verfolgte Giannis Konstantelias bis zum Dortmunder Flughafen. Kaum hatte die El-Mala-Alternative des BVB die Zollkontrolle passiert, da streckte ihm ein unbekannter Mann ein Handy entgegen und verwickelte ihn offenbar in einen Videocall mit aufgebrachten Fans von PAOK Saloniki. Mehr als eine eine Minute lang musste sich der Grieche angesichts des nahenden Abschieds von seinem Jugendklub rechtfertigen. Erst danach konnte er zum Medizincheck – und Borussia Dortmund verkündete am Montag den 30-Millionen-Transfer.
Konstantelias erhält einen Vertrag über fünf Jahre. Dabei hatten PAOK-Anhänger mit aller Macht versucht, den Wechsel des 23-Jährigen zu verhindern. Doch im Gegensatz zu 2025 protestierten die Fans diesmal vergeblich.
Damals war der Transfer von Konstantelias zum VfB Stuttgart in letzter Sekunde geplatzt, nachdem die Fans des viermaligen Meisters den Druck auf die Klubführung massiv erhöht hatten. Auch jetzt protestieren die Anhänger, vor der Geschäftsstelle, aber auch in den Sozialen Medien. „Hände weg von Konstantelias“, schrieb die Ultra-Gruppe „Gate 4“ und forderte den Verbleib der Identifikationsfigur, „dem größten Fußballer, der seit Giorgos Koudas das Trikot unseres Vereins getragen hat“. Der wiederum versicherte im skurrilen Videocall am Sonntag zwar mehrmals, dass er PAOK liebe. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, betonte er auf Griechisch aber auch: „Das ist meine Entscheidung.“
Und diese ist ein klares „Ja“ für den BVB. Entsprechend zufrieden war Sport-Geschäftsführer Lars Ricken, der Konstantelias als einen „talentierten Offensivspieler“ bezeichnete, „dessen Entwicklung wir schon seit längerer Zeit verfolgt haben“. Konstantelias ist ein wichtiger Baustein des Alternativplans, den die BVB-Bosse nach dem gescheiterten Transfer von Said El Mala umgehend angingen. Vor dem Franz-Beckenbauer-Supercup am Samstag (20.30 Uhr/Sat.1) gegen Double-Gewinner Bayern München bleibt wenig Zeit.
„Natürlich werden ein paar Gelder frei, und die wollen wir sportlich und wirtschaftlich gut einsetzen“, sagte Ricken. Auch Sportdirektor Ole Book versicherte am Wochenende: „Wir haben einige Spieler im Kopf, die uns noch verstärken können.“
Rund 20 Millionen Euro sollen Medienberichten zufolge an die PSV Eindhoven für den niederländischen Mittelfeldmann Joey Veerman fließen. Dazu ist Außenverteidiger Héctor Fort vom FC Barcelona im Gespräch. Knapp 30 Millionen Euro zahlt der Vizemeister wohl für Konstantelias, der in der ersten Jahreshälfte 2022 als Leihspieler siebenmal in der 1. Division und im Pokal gegen Anderlecht das Trikot der AS Eupen trug. Noch vergangene Woche schied er mit PAOK in der Qualifikation zur Europa League gegen die „Veilchen“ aus.
Am Sonntagabend reiste der flexible Offensivdribbler in einem Privatjet zwar erst einmal zurück in die Heimat. Grund zur Sorge bestand dadurch aber nicht. Hintergrund waren offenbar familiäre Gründe, da vor wenigen Tagen sein zweites Kind zur Welt gekommen ist. (sid/tf)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren