Vennbrand: Ruitzhof und Geisberg bei Kalterherberg werden evakuiert

<p>Eine große Rauchwand war am Sonntag von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands im Hohes Venn zu sehen.</p>
Eine große Rauchwand war am Sonntag von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands im Hohes Venn zu sehen. | Foto: Christoph Reichwein/picture alliance/dpa

Um 22.16 Uhr veröffentlichte das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eine entsprechende Warnung. Darin heißt es wörtlich: „Die aktuelle Entwicklung des Brandgeschehens im Hohen Venn erfordert eine sofortige Evakuierung folgender Straßenzüge in Kalterherberg: Ruitzhof Geisberg. Es besteht Lebensgefahr, verlassen Sie das Haus innerhalb von 10 Minuten.“ Für Betroffene, die nicht anderweitig unterkommen können, wurde eine Notunterkunft in der Sekundarschule in Simmerath eingerichtet.

Wenig später begründete die Einsatzleitung die Entscheidung mit der aktuellen Brand- und Rauchausbreitung sowie den prognostizierten Wetterdaten. Die Evakuierung wurde über die Warn-App Nina und Cell Broadcast verbreitet. Die Bewohner sollen die betroffenen Bereiche selbstständig verlassen und nach Möglichkeit bei Familie oder Freunden unterkommen. Die weitere Entwicklung des Brandes werde fortlaufend bewertet.

Wie auch die Aachener Zeitung berichtet, hat sich die Lage damit am Sonntagabend auf deutscher Seite erneut zugespitzt. Noch wenige Stunden zuvor hatte sich die Situation rund um Monschau deutlich entspannter dargestellt.

Gegen 17.48 Uhr hatte die Stadt mitgeteilt, dass in den Monschauer Ortsteilen nur noch ein geringer oder gar kein Raucheintrag festzustellen sei. Zusätzliche Maßnahmen des abwehrenden Brandschutzes seien zu diesem Zeitpunkt nicht erforderlich gewesen. Die vorsorglich eingerichtete Betreuungsstelle im Bürgercasino Imgenbroich wurde deshalb um 18 Uhr geschlossen.

Bereits seit Samstag standen Ruitzhof und Geisberg besonders im Fokus der Behörden. Zunächst waren deren Bewohner lediglich aufgefordert worden, sich vorsorglich auf eine mögliche Räumung vorzubereiten. Diese Vorsichtsmaßnahme galt außerdem für Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau und Plattevenn. Für Kalterherberg und Mützenich waren später ebenfalls mögliche Evakuierungsmaßnahmen vorbereitet worden.

Am frühen Sonntagmorgen hatte die Stadt wegen einer möglichen erheblichen Rauchbelastung den Bewohnern von Plattevenn, Leyloch und dem Teil Kalterherbergs westlich des Messewegs dringend empfohlen, ihre Häuser vorübergehend zu verlassen. Eine verpflichtende Evakuierung war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht angeordnet worden.

Auf belgischer Seite waren bereits am Samstag die unmittelbar an das Monschauer Stadtgebiet angrenzenden Orte Küchelscheid und Leykaul geräumt worden. Die Feuerfront war am Sonntagvormittag nach Angaben der Stadt zeitweise noch etwa 1,5 Kilometer von der deutschen Grenze und rund 1,8 Kilometer von der nächsten deutschen Bebauung entfernt.

Unterdessen unterstützen Einsatzkräfte der Feuerwehr Aachen und der Feuerwehren der StädteRegion Aachen weiterhin die Brandbekämpfung auf belgischer Seite. Die Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen des grenzüberschreitenden Hilfeleistungssystems EMRIC.

Ob über Ruitzhof und Geisberg hinaus weitere Bereiche evakuiert werden müssen, war am späten Sonntagabend zunächst offen. Die Einsatzkräfte beobachten die Entwicklung des Brandes weiterhin fortlaufend. (jj)

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