Vennbrand: Wind dreht am Sonntag – Rauch zieht dann Richtung Weywertz, Bütgenbach und Büllingen

<p>Dichte Rauchwolken über dem Hohen Venn</p>
Dichte Rauchwolken über dem Hohen Venn | Foto: Nicolas Lambert/dpa

Gerade für die Ortschaften südlich und östlich des Venns ist deshalb die Wetterentwicklung in der Nacht zum Sonntag und am Sonntag von besonderer Bedeutung. Der Wind hatte den Einsatzkräften bereits am Samstag erhebliche Probleme bereitet, weil er immer wieder seine Richtung änderte.

Eine stabile Wetterlage, die eine verlässliche Prognose der weiteren Ausbreitung ermöglichen würde, zeichnet sich zunächst nicht ab. Meteorologe Karsten Brandt von Donnerwetter.de rechnet in der Nacht zum Sonntag zunächst mit nur schwachem Wind, der seine Richtung immer wieder ändern kann. Das sei grundsätzlich eine gute Nachricht für die Brandbekämpfung, allerdings könne der Rauch dadurch ebenfalls in unterschiedliche Richtungen ziehen, sagte er auf Nachfrage gegenüber dem GrenzEcho. Zeitweise werde er aus dem Venn heraus in Richtung der umliegenden Ortschaften gedrückt.

Am Sonntag dreht der Wind Brandt zufolge auf Nord bis Nordwest und frischt leicht bis mäßig auf. Dadurch könnten Rauch und – abhängig von der weiteren Entwicklung des Brandes – auch die Feuerfront verstärkt in Richtung Weywertz, Elsenborn, Bütgenbach und Büllingen gedrückt werden. Mit einer schnellen Entspannung bei der Rauchbelastung rechnet der Wetterexperte nicht. Da der Moor- und Torfboden noch über Tage oder sogar Wochen schwelen könne und kaum Regen zu erwarten sei, müsse sich die Region länger auf unangenehmen Brandgeruch und Rauch einstellen. Wie stark die Belastung bereits sein kann, zeigten nach Angaben Brandts Messungen am Weißen Stein: Dort seien am Samstagnachmittag zwischen etwa 15.20 und 15.40 Uhr beim Durchzug von Rauch kurzzeitig extreme Feinstaubwerte registriert worden. Die Windkarte für Sonntag zeigt entsprechend eine leichte bis mäßige Strömung aus nördlichen bis nordwestlichen Richtungen. Entscheidend für die weitere Entwicklung bleibt jedoch, wie stark der Wind tatsächlich auffrischt und wie sich der Brand bis dahin entwickelt. (sc)

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