[Update] Großbrand im Hohen Venn: Armee schickt drei Panther-Löschfahrzeuge – 850 Hektar betroffen

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Foto: belga

Am Freitagabend war noch von rund 100 Hektar die Rede gewesen. Die Mittel zur Bekämpfung des Feuers werden inzwischen weiter aufgestockt: Drei Löschhubschrauber sollen am Samstag eingesetzt werden, zudem schickt die belgische Armee drei Panther-Löschfahrzeuge ins Hohe Venn.

Wie die Baelener Bürgermeisterin Nathalie Thönnissen mitteilte, sollen die drei Fahrzeuge der Armee die zahlreichen Feuerwehrkräfte vor Ort unterstützen. Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) bestätigte den Einsatz. Die Panther sollen demnach ab Samstagmittag einsatzbereit sein. Die Fahrzeuge verfügen über einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von jeweils 10.500 Litern. Ihre Wasserwerfer können eine Reichweite von bis zu 90 Metern erzielen.

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Auch die Unterstützung aus der Luft wird verstärkt. Während am Freitag zwei Hubschrauber zur Brandbekämpfung eingesetzt wurden, sollen es am Samstag drei sein. Zahlreiche Landwirte helfen ebenfalls bei den Löscharbeiten. Sie sorgen unter anderem für die Wasserversorgung des provisorischen Beckens, an dem die Hubschrauber Löschwasser aufnehmen können. Die Feuerwehr hatte ihre Arbeit am Boden während der gesamten Nacht fortgesetzt. Einsatzkräfte aus mehreren Hilfeleistungszonen der Provinz Lüttich werden dabei von Feuerwehrleuten aus anderen belgischen Provinzen sowie aus Deutschland unterstützt.

<p>Ein Hubschrauber am Freitag bei den Löscharbeiten</p>
Ein Hubschrauber am Freitag bei den Löscharbeiten | Foto: belga

„Die Löscharbeiten werden vor Ort aktiv fortgesetzt“, hatte der Gouverneur der Provinz Lüttich am Samstagmorgen mitgeteilt. Ziel bleibt es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Dessen Ausbreitung wurde durch Trockenheit, Hitze und wechselnde Winde begünstigt. Der Brand war am Freitag gegen 13 Uhr im Bereich der Fagne des Deux-Séries in der Nähe des Kreisverkehrs Drossart auf dem Gebiet der Gemeinde Baelen ausgebrochen. Am Freitagabend hatte die geschäftsführende Gouverneurin Anne Dassy noch mitgeteilt, dass rund 100 Hektar betroffen seien. Am Samstagmorgen lag die angegebene Fläche bereits bei fast 850 Hektar.

Auch die Eupener Wesertalsperre und die Gileppe-Talsperre spielen bei den Löscharbeiten eine wichtige Rolle. Der Öffentliche Dienst der Wallonie (SPW) hat beide Seen für die Wasserversorgung der Einsatzkräfte zur Verfügung gestellt. Nach Angaben des SPW blieb die Beleuchtung an beiden Standorten während der gesamten Nacht eingeschaltet, damit Rettungskräfte und freiwillig helfende Landwirte ihre Arbeit fortsetzen konnten. Mitarbeiter der zuständigen Talsperrenverwaltung kümmern sich dort um die Verkehrsführung und die Sicherheit der Einsatzkräfte. Die Parkplätze an beiden Talsperren sind für Besucher gesperrt. Bürgermeisterin Thönnissen appelliert erneut an die Bevölkerung, nicht zu versuchen, ins Hohe Venn zu gelangen.

<p>Das Feuer am Freitagabend, von Eupen aus beobachtet</p>
Das Feuer am Freitagabend, von Eupen aus beobachtet | Foto: privat

Neben der N68 ist inzwischen auch die N672 im betroffenen Gebiet für den Verkehr gesperrt. Auf der A3 und der A27 wurden zudem elektronische Hinweistafeln aufgestellt. Sie warnen Autofahrer vor der Gefahr und weisen darauf hin, dass der Zugang zum Hohen Venn verboten ist. Die Behörden appellieren weiterhin eindringlich an Einwohner und Besucher, sich nicht in das betroffene Gebiet zu begeben. Anwohner, die durch den Rauch beeinträchtigt werden, sollen Türen und Fenster geschlossen halten. Bereits am Freitag waren unter anderem Signal de Botrange, Baraque Michel und Mont Rigi geräumt worden. Eine Evakuierung von Einwohnern der Gemeinde Baelen war nach dem Stand der Nacht nicht vorgesehen. Auch die für dieses Wochenende geplante Francorchamps Enduro Tour wurde wegen des Brandes abgesagt. Die übrigen Veranstaltungen des Motorradfestivals sollen nach Angaben der Veranstalter stattfinden. Der provinziale Katastrophenplan war am Freitagnachmittag aktiviert worden, um die Arbeit der verschiedenen Rettungsdienste zu koordinieren. Neben mehreren Hilfeleistungszonen sind unter anderem die Forstverwaltung DNF, der Zivilschutz sowie die föderale und lokale Polizei im Einsatz. Die Brandursache ist weiterhin unklar. Menschliches Verschulden war am Freitagabend von den Behörden nicht ausgeschlossen worden. (belga/sc)

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