Seit Samstagmorgen um 6 Uhr läuft in ganz Belgien die mittlerweile 25. Ausgabe des Blitzmarathons. Neben der föderalen Verkehrspolizei beteiligen sich rund 100 lokale Polizeizonen an den verstärkten Geschwindigkeitskontrollen. Auch die Polizeizone Eifel nahm Autofahrer ins Visier – und zog am Samstagnachmittag eine erste bemerkenswerte Bilanz.
Insgesamt wurden 1.621 Fahrzeuge kontrolliert. 299 davon waren zu schnell unterwegs. Bei acht festgestellten Überschreitungen war das Tempo nach Angaben der Polizei so hoch, dass ein Führerscheinentzug drohen kann.
Besonders stach jedoch ein Fahrzeug hervor. Auf einer bewohnten Strecke außerhalb geschlossener Ortschaften mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h wurde derselbe Pkw innerhalb von rund zwei Stunden gleich dreimal erfasst. Zunächst war das Fahrzeug mit 129 km/h unterwegs, wenig später mit 145 km/h – und bei der dritten Messung schließlich mit 156 km/h. Damit lag die gemessene Geschwindigkeit mehr als doppelt so hoch wie erlaubt.
Nach der dritten Messung wurden Streifen der Polizeizone Eifel gezielt auf die Suche nach dem Wagen geschickt. Die Beamten waren zuvor noch durch andere Einsätze gebunden gewesen. Ziel war es, das Fahrzeug anzuhalten und dem Fahrer beziehungsweise der Fahrerin den Führerschein unmittelbar abzunehmen. Dazu kam es allerdings nicht: Der Pkw konnte in den folgenden Stunden nicht mehr angetroffen werden.
Mit dem landesweiten Blitzmarathon will die Polizei nicht nur Temposünder aus dem Verkehr ziehen, sondern grundsätzlich für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit sensibilisieren. Gerade aus Ortschaften erreichten die Polizeizone Eifel immer wieder Beschwerden und Forderungen nach zusätzlichen Kontrollen. „Geschwindigkeit ist auch eine Frage des Sicherheitsgefühls der Menschen, die entlang unserer Straßen leben“, betont die Eifelpolizei. Anwohner, Eltern, Lehrer und Gemeindevertreter würden sich regelmäßig mit entsprechenden Anliegen an die Beamten wenden.
Der landesweite Blitzmarathon läuft noch bis Sonntagmorgen um 6 Uhr. Bei der vorherigen Ausgabe im April waren landesweit mehr als 1,36 Millionen Fahrzeuge kontrolliert worden. 3,28 Prozent der Fahrer waren zu schnell unterwegs, 55 Führerscheine wurden eingezogen.
Die belgischen Kontrollen sind zugleich Teil einer europaweiten Aktion. Vom 3. bis 9. August verstärken mehr als 20 Länder unter Koordination des europäischen Verkehrspolizei-Netzwerks Roadpol ihre Geschwindigkeitskontrollen. (red/calü)

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