Air Baltic kürzt Programm schon vor dem Start

<p>Es ist nicht einfach, den Passagierflugverkehr am Flughafen Lüttich wieder anzukurbeln. Mangelnde Nachfrage führt nun dazu, dass das geplante Programm reduziert wird.</p>
Es ist nicht einfach, den Passagierflugverkehr am Flughafen Lüttich wieder anzukurbeln. Mangelnde Nachfrage führt nun dazu, dass das geplante Programm reduziert wird. | Illustrationsbild: belga

Wie die Tageszeitung „La Meuse“ berichtet, sollte dieses Programm die Rückkehr des regulären Passagierverkehrs am Flughafen Lüttich nach dem Abzug von TUI Fly Belgium im vergangenen Januar einläuten. Doch noch bevor die ersten Flüge Ende Oktober starten, hat die Gesellschaft Air Baltic ihr Winterangebot bereits nach unten korrigiert.

Statt der ursprünglich angekündigten vier wöchentlichen Verbindungen zu den Kanarischen Inseln bleiben nur noch zwei übrig. Teneriffa Süd wird ab dem 27. Oktober jeweils dienstags angeflogen, während Las Palmas auf Gran Canaria ab dem 29. Oktober donnerstags bedient wird. Jede Strecke wird damit nur noch einmal statt wie ursprünglich geplant zweimal pro Woche angeboten.

„Das ist natürlich keine gute Nachricht“, räumt Léo Lugovic, Verantwortlicher für die Entwicklung des Passagierverkehrs am Flughafen Lüttich, im Gespräch mit der frankofonen Zeitung ein. „Zwei Flüge pro Woche wären ideal gewesen. Trotzdem bleibt es positiv, denn wir behalten beide Destinationen.“

Der Hauptgrund für diese Reduzierung ist die bislang zu geringe Nachfrage. Mit vier Flügen pro Woche hätte Air Baltic rund 10.000 Sitzplätze ab Lüttich angeboten. Bislang sollen jedoch lediglich etwa 15 Prozent davon – rund 1.500 Plätze – gebucht worden sein. Die Fluggesellschaft habe deshalb die Verbindungen mit der höchsten Nachfrage beibehalten.

Ziel ist nun, die verbleibenden Flüge besser auszulasten.

Für den Flughafen Lüttich besteht das Ziel nun darin, die verbleibenden Flüge besser auszulasten.

„Es gibt kein Geheimnis: Die Buchungen müssen steigen. Es geht zwar nur um 500 oder 600 betroffene Personen, aber Tausende wissen noch gar nicht, dass diese beiden Reiseziele überhaupt ab Lüttich angeboten werden.“

Auch Air Baltic selbst befinde sich in einer finanziell schwierigen Lage: „Wie viele andere Fluggesellschaften wurde die Gesellschaft durch den Krieg im Iran und den starken Anstieg der Kerosinpreise erheblich belastet. Treibstoff macht einen sehr großen Teil der Betriebskosten aus“, erklärt Léo Lugovic. Die Ausgaben seien stark gestiegen, während sich die Ticketpreise nicht beliebig erhöhen ließen, ohne Kunden abzuschrecken.

„Die Fluggesellschaft befindet sich zu rund 80 Prozent im Besitz des lettischen Staates. Dieser hat ihr zusätzliches Kapital zur Verfügung gestellt, verlangt im Gegenzug aber eine Anpassung der Unternehmensstrategie“, so Lugovic weiter. Lüttich bekomme die Folgen dieser Neuausrichtung nun zu spüren und gehöre zu den Standorten, an denen das Angebot reduziert werde.

Auch wenn der Flughafen versucht, die positiven Aspekte hervorzuheben, erschwert die Angebotskürzung den Neustart des Passagierverkehrs in Bierset.

Nach 30 Jahren hatte TUI den Flughafen im Januar verlassen, um den Flugbetrieb zu optimieren und die Aktivitäten am Flughafen Brüssel auszubauen.

„Lüttich ist leider weder ein besonders gefragtes Touristenziel noch ein bedeutender Industriestandort wie Brüssel. Deshalb fällt es uns schwer, den Passagierverkehr wieder anzukurbeln“, räumt Léo Lugovic ein.

Geplante Schließung in Charleroi könnte in Lüttich aufgefangen werden.

Dennoch verweist der Flughafen auf seine Stärken. „Wir verfügen über die Infrastruktur und die Kapazitäten dafür“, betont er.

Die geplante elfwöchige Schließung des Flughafens Charleroi im Jahr 2028 wegen umfangreicher Bauarbeiten könnte Lüttich zudem die Möglichkeit bieten, einen Teil des Passagierverkehrs zu übernehmen.

Das Marktumfeld bleibe jedoch schwierig, um neue Fluggesellschaften zu gewinnen.

„Die derzeitige Lage ist für Wachstum nicht günstig. Ich kann die Fluggesellschaften verstehen – sie müssen Prioritäten setzen.“ (pf)

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