Die ältesten Aufnahmen stammen aus den 1920er Jahren, die jüngsten sind nur wenige Jahre alt. Die Fotografien zeigen ganz unterschiedliche Begegnungen. Mal sind diese liebevoll und zärtlich, manchmal entfernen sich Personen voneinander oder ärgern sich über den anderen. Dabei leben viele der Fotografien vom Zufall. Flüchtige Begegnungen, überraschende Blickkontakte oder scheinbar bedeutungslose Gesten verdichten sich zu teils humorvollen und skurrilen Bildern, die Geschichten erzählen. Das lässt sich zum Beispiel in Martin Parrs Serie „Bored Couples“ (zu dt. „Gelangweilte Paare“) beobachten. Diese zeigt Paare, die sich nichts mehr zu sagen haben. Sie sind zwar gemeinsam im Café oder Restaurant, zwischen ihnen findet jedoch keinerlei Interaktion statt, oft schauen sie in gänzlich unterschiedliche Richtungen. Die kontrastreichen Farbfotografien haben eine subtile Komik. Eine besondere Affinität für alltägliche Begegnungen hat ebenso Richard Kalvar, von dem zehn Aufnahmen in Monschau zu sehen sind. Der 1944 in New York geborene Fotograf Er gilt als einer der prominentesten Vertreter der sogenannten Street Photography und versteht es meisterhaft, mit einem Bild ganze Geschichten zu erzählen. Beim Blick auf die 1967 entstandene Aufnahme einer „yelling lady“ (zu dt. „schreiende Frau“) fragt man sich direkt, welches Verhalten die ältere Dame so in Rage gebracht haben könnte, dass sie den Herren auf einer New Yorker Parkbank dermaßen angeht.
Elliott Erwitt hat 1989 derart eine beeindruckende Serie über ein junges Paar am Brunnen des Pariser Louvre geschaffen, die mit nur vier Aufnahmen eine Geschichte über Streit, Versöhnung und die Liebe selbst erzählt. Berühmte Paare des 20. Jahrhunderts finden sich in der Ausstellung ebenfalls: Salvador Dalí und Gala mischten wie kaum ein anderes Gespann die Kunstwelt auf. Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir revolutionierten die Philosophie des 20. Jahrhunderts. Porträts berühmter Leinwandpaare aus Hollywood zeigen darüber hinaus, welche Vorstellungen von Paarbeziehungen die Popkultur prägten: wie Marilyn Monroe und Clark Gable im Kultfilm „The Misfits – nicht gesellschaftsfähig“ oder James Dean und Natalie Wood in „…denn sie wissen nicht, was sie tun“. Die Ausstellung lädt dazu ein, vielfältige zwischenmenschliche Beziehungen zu entdecken und die Schönheit von zufälligen Begegnungen zu feiern. Die große Anzahl humorvoller Aufnahmen verspricht Lächeln, Schmunzeln und Lachen während des Besuchs.
„Mysterium der Paare“ ist vom 9. August bis 1. November im Fotografie-Forum der Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen, Austraße 9 in Monschau zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. (red/pf)



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