Angeführt wird das belgische Aufgebot von Justin Verboomen. Der zweifache Europameister und Weltranglistenerste gilt als großer Favorit im Dressurreiten. Mit seinem Pferd Zonik Plus stellte der Reiter des Jahres 2025 seine starke Form zuletzt mehrfach unter Beweis. Beim Fünf-Sterne-Turnier in Fontainebleau erzielte er im Grand Prix Kür mit 91,855 Prozent das beste Resultat seiner Karriere.
„Die Leute erwarten von mir, dass ich eine Medaille gewinne. Mein Ziel ist es, etwas zu leisten, auf das ich stolz sein kann – und dabei stets das Wohl meines Pferdes zu achten. Sollte eine Medaille herausspringen, wäre das ein Bonus“, erklärte Verboomen am Montag bei einer Pressekonferenz am Sitz des belgischen Reitsportverbandes. Jeroen Devroe (Lestor), Larissa Pauluis (Flambeau) und Wim Verwimp (Jedai de Massa) komplettieren das Dressurteam.
Im Springreiten setzt Teamchef Peter Weinberg auf Pieter Devos (Casual DV Z), Nicola Philippaerts (Katanga), Abdel Saïd (Wathan Quaker Brimbelles), Thibeau Spits (Impress-k) und Emilie Conter (Portobella van de Fruitkorf). Devos, Philippaerts und Spits gehörten bereits zur belgischen Mannschaft, die 2025 in La Coruna Europameister wurde. Nicht dabei ist der Weltranglistensechste Gilles Thomas. Er musste seinen Start wegen einer Verletzung seines Pferdes Ermitage absagen. Auch Jérôme Guéry, Vizeweltmeister von 2022, fehlt.
„Zu Beginn der Saison hatten wir mehrere Turniere ausgewählt, bei denen sowohl ein Nationenpreis als auch ein Grand Prix ausgetragen wurde – darunter im Mai auch das Turnier in Aachen. Jeder Reiter konnte an mindestens zwei dieser Turniere teilnehmen. Anschließend haben wir unsere Auswahl getroffen. Das war keine leichte Entscheidung. Viele Reiter-Pferd-Paare hätten einen Platz verdient gehabt“, erklärte Weinberg.
Für die belgische Springreiter-Equipe gelte ein doppeltes Ziel: die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Los Angeles und ein Platz auf dem Podium – sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel. „Wir verfügen über mehrere sehr gute Reiter-Pferd-Paare. Das Wichtigste ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Wir haben gute Chancen im Mannschaftswettbewerb, aber auch im Einzel, wo wir ebenfalls gute Ergebnisse anstreben. Wir kämpfen immer um Medaillen, sonst würde ich diesen Beruf nicht ausüben“, sagte der aus Kohlscheid stammende Weinberg.

Medaillenchancen rechnet sich Belgien ebenfalls in der Vielseitigkeit aus. Dort führt die frischgebackene belgische Meisterin Lara De Liedekerke das Team an. Die 21-fache Siegerin des Jahres 2025 entschied sich für Kiarado d’Arville. Außerdem wurden Maarten Boon (Gravin van Cantos), Wouter De Cleene (Ragdoll De Tamise), Senne Vervaecke (Google Van Alsingen) und Karin Donckers (Leipheimer) nominiert. Die 55-jährige Donckers nimmt bereits an ihrer neunten Weltmeisterschaft teil.
Nach der Bronzemedaille von 2022 will auch das belgische Team im Fahrsport erneut auf das Podium. Zum Aufgebot gehören Dries Degrieck, Glenn Geerts, Tom Stokmans und Sam Gees.
In der Para-Dressur wird Belgien durch Barbara Minneci (Freiherr) und Emma Vercammen (Odin) im Grade III sowie Kevin Van Ham (Eros) und Francesca Vanhoeck (Fastlane) im Grade V vertreten.
Zum ersten Mal ein komplettes belgisches Team im Voltigieren
Historisch ist die WM-Teilnahme im Voltigieren: Erstmals schickt Belgien mit Jolien Aerts, Lauren Vanlerberghe, Auke Talpe, Saar Borgmans, Lotte Berghman-Pukova und Zita Goffaux ein vollständiges Team ins Rennen. Aerts und Vanlerberghe treten zudem im Einzel an.
Für die belgischen Mannschaften bietet die WM zugleich die erste Chance, sich für die Olympischen beziehungsweise Paralympischen Spiele 2028 zu qualifizieren. Im Springreiten, in der Vielseitigkeit und in der Para-Dressur ist dafür ein Platz unter den besten sieben Nationen – ohne Gastgeber USA – erforderlich. Im Dressurreiten erhalten die besten sechs Teams neben den bereits qualifizierten US-Amerikanern ein Ticket für Los Angeles. (mn/belga)


Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren