Drei Viertel der Erdbeeren enthalten Pestizidrückstände – Belgien weist hohe Belastung auf

<p>Pestizidrückstände sind in Erdbeeren häufig zu finden.</p>
Pestizidrückstände sind in Erdbeeren häufig zu finden. | Foto: belga

Für die Untersuchung wurden 41 Erdbeerproben aus elf europäischen Ländern analysiert. Demnach enthielten 78 Prozent der konventionell erzeugten Erdbeeren mindestens einen Pestizidrückstand. Im Durchschnitt wurden Rückstände von 3,5 verschiedenen Wirkstoffen pro Probe nachgewiesen. Unter den am häufigsten gefundenen Stoffen befinden sich laut den Autoren hormonell wirksame Substanzen, sogenannte PFAS-Pestizide sowie neurotoxische Wirkstoffe, die zu den in der Europäischen Union weiterhin zugelassenen, aber besonders umstrittenen Pflanzenschutzmitteln zählen.

In Belgien wurden vier Proben untersucht. Drei stammten aus konventionellem Anbau, eine aus biologischer Landwirtschaft. Die konventionellen Erdbeeren enthielten zwischen drei und neun verschiedene Pestizidrückstände. Nach Angaben von Nature & Progrès ist dies der höchste Wert der gesamten Untersuchung. In der am stärksten belasteten Probe wurden zudem drei PFAS-Pestizide nachgewiesen. Die Organisation warnt insbesondere vor möglichen gesundheitlichen Risiken für Kinder durch die gleichzeitige Aufnahme mehrerer Pestizide. Die Auswirkungen solcher Stoffkombinationen seien bislang nicht ausreichend untersucht. Europaweit enthielten 58 Prozent der Proben mindestens ein PFAS-Pestizid. Mehr als die Hälfte wies zudem mindestens einen Wirkstoff auf, der als „Kandidat für eine Substitution“ gilt. Dabei handelt es sich um besonders bedenkliche Pestizide, die nach EU-Recht nach Möglichkeit durch weniger problematische Alternativen ersetzt werden sollen.

PAN Europe kritisiert, dass bestehende europäische Vorschriften zum schrittweisen Ausstieg aus besonders gefährlichen Wirkstoffen nur unzureichend umgesetzt würden. Stattdessen drohe eine Lockerung des geltenden Rechtsrahmens.

Die fünf untersuchten Bio-Erdbeerproben enthielten dagegen nach Angaben der Organisationen keine quantifizierbaren Pestizidrückstände. Belgien gehört zu den wichtigsten Erdbeerproduzenten Europas. Rund sieben Prozent der EU-Erdbeerexporte stammen aus dem Land. Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei 2,2 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. (belga/svm)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment