Die Staatsanwaltschaft Aachen hat den Anfangsverdacht einer Straftat mangels zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte verneint. „Ein Fremdverschulden ist nach den objektiven Ermittlungsergebnissen zweifelsfrei auszuschließen“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung. Demnach sieht die Staatsanwaltschaft davon ab, den Fall neu aufzurollen. Jens Salaw war am Altweiberdonnerst 2020 verschwunden, nachdem er mit Freunden Karneval gefeiert hatte – zuerst im Festzelt in Lammersdorf und anschließend in der Eicherscheider Tenne. Dort stieg der Student in einen Bus, um ihn wenig später um 0.10 Uhr an der Blumgasse in Konzen wieder zu verlassen. An dieser Stelle verlor sich seine Spur. Zunächst unterstützten Freunde und Bekannte die Eltern bei der Suche, am nächsten Abend stieß die Polizei dazu. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz. Erst am Samstagnachmittag wurde der Leichnam von Jens Salaw eher zufällig halbnackt auf einer Wiese aufgefunden.
Die Staatsanwaltschaft schloss ein Gewaltverbrechen aus. Jens Salaw sei betrunken gewesen, habe sich verlaufen und sei erfroren. Die Eltern quält aber weiter die Ungewissheit. Ihre Hoffnung ruhte auf einem neuen Gutachten, das von dem privaten Institut für angewandte Kriminalistik und Forensik aus Duisburg erstellt wurde.
Die Behörde ließ die Hypothesen des Gutachtens Anfang dieses Jahres durch das Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Köln wissenschaftlich überprüfen. „Das rechtsmedizinische Gutachten widerlegt die Behauptungen des Privatgutachters im Detail. Die Thesen halten einer medizinischen und kriminalistischen Prüfung nicht stand“, heißt es von der Staatsanwaltschaft weiter.
Auch Zeugenaussagen sollen laut Staatsanwaltschaft das Unfallgeschehen stützen, schreibt die „Aachener Zeitung“. Aus dem privaten Gutachten ergeben sich Aussagen von Personen, die das Ergebnis des rechtsmedizinischen Instituts stützen würden. „Ein Zeuge bestätigte, dass der Verstorbene den Bus in Konzen freiwillig verließ. Er wollte zu Fuß über die Felder nach Mützenich laufen und ignorierte dabei geäußerte Bedenken. Eine weitere Zeugin sah den Mann später auf dem Weg alleine.“ (red/arco)

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